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Der Musikwunsch zur Beerdigung

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(@Anonym)
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lach mich grade sowas von weg 🙂 ist doch ein toller Gedanke:D

wow Ernst du kannst Harfe spielen;) ...respekt....ich pack dann meine Geige aus und dann spielen wir das im Duett:)

Hey du hast grade einen Musikwunsch geäußert*grins*


   
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(@maggi)
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Beigetreten: Vor 10 Jahren
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zu meiner Harfe und spiele selber was. 😀

jedoch nicht frohlocken wie der Münchener im Himmel 😮

wenn ich mir das so überlege gibt es doch ein Leben nach dem Tod.
Ernst spielt Harfe.......Paulinschen Geige.....:D und ich gönne mir ein Gläschen Osborn (von daher ist für mich verbrennen unpraktisch);)

und Julian macht ein himmliches Schnupperseminar


   
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(@Anonym)
New Member Gast
Beigetreten: Vor 1 Sekunde
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ich bin da etwas zwiegeteilt.
Einerseits finde ich es prima, wenn auf meiner Beerdigung etwas gespielt wird, dass ich sehr gerne mag.
Andererseits ist das ein heftiger Anker, den ich allen Anwesenden installiere.

Ein Freund von mir, der im letzten Jahr gestorben ist, hat sich "Dust in the Wind" gewünscht und da das Lied ab und an im Radio gespielt wird..

Liebe Grüße

Lars


   
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(@julian)
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Beigetreten: Vor 2 Jahren
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Themenstarter  

wie es wohl aussieht und klingt, wenn ein Engel "Smoke on the Water" auf der Harfe spielt...)

Wie passend. Od*Chi hat am Chiemsee Smoke on the Water auf dem Digeridoo gespielt. 😀

So viele "Wünsche" stehen hier gar nicht dabei. Ihr geht alle so schnell auf die Meta-Ebene(n).
Konkret interessiert mich: Welche Stücke. Die Frage geht dann weiter zu einem "Was bedeutet diese Musik für Dich" bzw. "Welche Gefühle macht diese Musik Dir". Ich finde diese Unterhaltung vor allem Spannend, wenn sie weiter in den Inhalt geht.

Okay, ich mache den Anfang. Pomp and Circumstances ist der Marsch, den die meisten von Euch wohl von amerikanischen College-Filmen kennen: Es ist die typische Abschluß-Musik. Ursprünglich aus England importiert.

Dieser Marsch hat so etwas sehr majestätisches. Nein, der Begriff ist nicht richtig. Es hat was von einer "Feier" für das vergangene, gleichzeitig die Begrüßung des Neuen. Ob das nun als Anker wirkt, weil es eben eine "Abschluß"-Musik ist, oder ob es in der Musik ist, das weiß ich nicht. Dafür müsste ich sie wohl noch ein paar Jahre hören.

Bisher war von Strauss der ganz echte Donauwalzer, dirigiert von Karajan, so wie er von Kubrick in 2001 eingesetzt wurde, eines der vollkommensten Musikstücke, die ich kannte. Diese über 10 Minuten Musik sind ein reines Flow, eine perfektion, eine Schönheit, in der ich mich jedesmal völlig verliere.

Den Donauwalzert (in dieser Aufnahme) kann ich z.B. auch nicht mittendrinnen abbrechen. Wenn ich im Auto sitze und irgendwo ankomme ... ich bleibe sitzen bis die Musik fertig ist. Sie ist einfach soooo schön.

Der Donauwalzer wäre vielleicht das richtige für danach. Der Donauwalzer hat eben das einfach dahinfließende, ohne daß ewas wichtiger oder weniger wichtig ist. Es ist so wie es ist ... und es ist wunderschön.

Der spannende Shift für mich war, daß ich bereit bin, zu meiner Beerdigung etwas so "feierliches" haben zu wollen. Weg von dem Content-Freien, reinen Flow, der reinen Schönheit. Hin zu der Verbindung zwischen Musik und Leben. Der Donauwalzer bedeutet für mich Schönheit in angenäherter Vollendung, Pomp and Circumstances ist eher ein "Toll, was Du getan hast". Dieser Respekt vor der Sache selbst.

Kann jemand "greifen", was ich meine? Für mich geht dieser Shift sehr weit auf die Identitätsebene zurück. Vielleicht ist es auch so richtig ausgedrückt:

Pomp and Circumstances wäre das letzte Stück für mich, um noch einmal auf mein Leben zurückzublicken. Der Donauwalzer dagegen das richtige, um frei von einem EGO mich auf etwas anderes einzulassen, um Teil von allem zu sein und in etwas neuem aufzugehen.

Alles Liebe, Julian!


   
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(@maggi)
Famed Member
Beigetreten: Vor 10 Jahren
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ein heftiger Anker

ja das kann sein...
Trompeter.............führen mich sofort zum Grab meines Vaters.

nur........ich finde diesen Anker gut....sooft höre ich keine Trompeter.Es führt mich auch zu meinem Gefühl das ich dabei hatte

Lieben Gruß
Mäggi


   
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(@maggi)
Famed Member
Beigetreten: Vor 10 Jahren
Beiträge: 3488
 

von Julian

Die Frage geht dann weiter zu einem "Was bedeutet diese Musik für Dich" bzw. "Welche Gefühle macht diese Musik Dir"

Russische Musik mag ich seit meiner Kindheit......vermittelt durch meinen Vater der sein Leben lang im Chor gesungen hat.
Es ist eine schwere tragende Musik die auch leicht wie eine Feder sein kann und hell wie Glocken.
Es ist auch ein Tag bzw. ein Abend als wir die Don-Kosaken besucht haben die noch vom Jerge-Jaroff geleitet wurden und mein Vater einen Ausspruch tat (in der Pause)der mir die Luft nahm (Peinlich 😮 )....

Es kommen viele kleine Stationen hoch in der mein Vater die Hauptrolle spielt.

Vor kurzem habe ich dann gelernt das das Lied Kalinka keineswegs von einer Frau handelt ....sondern von einem Wachholderstrauch 😉

Lieben Gruß
Mäggi

Mein Vater ist im Dezember 20 Jahre tot......ich sag mal nicht sichtbar......da ist er immer noch


   
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(@Anonym)
New Member Gast
Beigetreten: Vor 1 Sekunde
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in Bezug auf die Einlassung von Ernst, dass es doch nur für die Hinterbliebenen eine Rolle spielt, wie die Beerdigung abläuft, stelle ich mir die Frage, für wen eine Beerdigung was darstellt.

:017: Sorry, wenn ich dadurch etwas vom Thema abdrifte, denn mit der Musik hat das relativ wenig zu tun.

Zufällig hatte ich vor kurzem eine Unterhaltung mit meinem Mann über das Thema 'Beerdigung', die mir gezeigt hat, dass man da sehr unterschiedliche Auffassungen haben kann.
Ich hasse es, auf Beerdigungen bzw. Trauerfeiern gehen zu müssen, weil das immer mit Tränen und unguten Gefühlen verbunden ist (auch wenn ich der verstorbenen Person nicht unbedingt nahe gestanden habe).
Diese Gefühle will ich anderen ersparen und hab' deshalb gesagt, dass ich im Fall meines Todes auf gar keinen Fall eine Trauerfeier haben möchte.
Mein Mann ist über meine Einstellung entsetzt und meint, die Trauerfeier gibt den Angehörigen erst die Möglichkeit, sich richtig von dem Verstorbenen zu verabschieden, einen Abschluß zu finden und für ihn ist das wichtig, er möchte darauf nicht verzichten.
So, kann ich anderen nun vorschreiben, wie sie um mich trauern? Ob und welche Musik dabei gespielt wird? Ich hab' doch eh keinen Einfluß mehr darauf, für mich ist das dann nicht mehr wichtig und insofern gebe ich Ernst Recht, wenn er sagt, dass es Sache der Hinterbliebenen ist, wie sie damit umgehen, denn für die spielt es noch eine Rolle, für mich nicht unbedingt mehr.

LG
Biggi


   
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(@Anonym)
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Beigetreten: Vor 1 Sekunde
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Ich finde diese Unterhaltung vor allem Spannend, wenn sie weiter in den Inhalt geht.

Musikstücke für mein vergangenes Leben brauche ich nicht. Jeder Tag ist neu und ich bin auch jeden Tag neu. Das Neue das kommt erzeugt bei mir automatisch eine selektive Amnesie.

Bei mir verstärken schamanisches Trommeln und Obertonsingen das Gefühl mit allen und allem eins zu sein. Ein Gefühl unbeschreiblicher Liebe.

Der Tod ändert nichts daran. Es ist doch nur eine Reise und das Ziel habe ich schon oft angeflogen. Du doch auch. Wir sehen uns wieder :001:

Die "Totenbücher" gleichgültig ob das aus Tibet oder andere sind meiner Meinung nach Reiseanleitungen und Schilderungen der Möglichkeiten der Exkarnation. Die "Trauergäste" könnten zumindest teilwese "verstehen" was nun vor sich geht und hätten nun erst Recht Grund zum Feiern. Zwar bin ich weg - und doch bleibe ich genau da wo ich immer war und immer sein werde.

Die Feier mit Riesenfeuer , Gelage und Sex soll ein starker Anker und eine Ressource für alle sein.

Das ist mein Wille

PS: Standardmusik die auch im Radio kommen könnte halte ich für eine sehr schlechte Idee ... wenn es mit Trauern gekoppelt wird.

Hei Jungs & Mädels
Warum warten bis zum Tod? Warum nicht gleich loslegen mit dem Leben?


   
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(@maggi)
Famed Member
Beigetreten: Vor 10 Jahren
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Zwar bin ich weg - und doch bleibe ich genau da wo ich immer war und immer sein werde.

😀 😀 😀 😀


   
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(@Anonym)
New Member Gast
Beigetreten: Vor 1 Sekunde
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@Tarantel

Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass die Trauerfeier eher wichtig für die Hinterblieben ist, als für den Verstorbenen.

Wobei einige vom Vorstorbenen vorgegebene Punkte auch für eine persönlichen individuellen Aspekt und Bezug im Ablauf einer Trauerfeier sorgen können. Da bietet sich die Auswahl von Musikstücken an.

Ich denke es ist dabei immer förderlich, wenn Raum für verschiedenste Bedürfnisse bleibt, wie z.B. noch etwas sagen zu wollen, Gefühle unterschiedlichster Art Raum zu geben (Trauer, Freude, etc.), mit Hilfe von rituellen Handlungen eine eigene Form von Abschied zu finden.

Darüber hinaus habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Möglichkeit nach der Trauerfeier noch an einem Ort gemeinsam zusammenzukommen zu können und ungezwungen noch einige Zeit miteinander verbringen zu können sehr wichtig ist (wie z.B. beim sogenannten Leichenschmaus).

Eine der furchbarsten Trauerfeiererfahrungen von denen ich gehört habe, war die Feier einer sehr jung an einer Krankheit verstorbenen Frau (ca. 25 Jahre). Sie hatte sich eine Trauerfeier außerhalb der Kirche gewünscht und alle Anwesenden saßen fast eine halbe Stunde ohne weiteres Programm zu etwas depressiv klingender Musik in einem Raum mit ihrem Sarg. Anschließend war keine weitere Zusammenkunft der Trauergäste geplant.

Diese Form der Trauerfeier war für die meisten ihr nahestehenden Menschen nur sehr schwer zu ertragen und ein Großteil der Trauergäste hat sich dann spontan entschlossen in einem naheliegndem Restaurant zusammenzukommen und die Gelgenheit dort genutzt Gedanken zu ihrer Person und ihrem Leben auszutauschen.

@topic

Über selbstgewählte Musik zu meiner Trauerfeier habe ich mir noch keine Gedanken gemacht - kann mir schon vorstellen mir da etwas spezielles zu wünschen. Dabei gibt es durchaus sehr schöne Kirchenlieder, die man dann noch mitsingen kann (fragt mich bloß nicht nach den Titeln ... ich merke mir so etwas meist nicht) ;).


   
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(@Anonym)
New Member Gast
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Hallo

Wenn ich es jetzt sofort und spontan entscheiden müßte, dann würde ich sagen "Who wants to life forever" von Freddy Mercury.

Ode to Joy wäre auch eine Möglichkeit.

Auf jeden Fall würde ich mir wünschen, das die Gäste durch die Musik ein bißchen weniger "traurig" werden würden.

Mmh..ich denke noch mal darüber nach.

Liebe Grüße

Bonobo


   
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(@Anonym)
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hey bonobo

ganz spontane reaktion: danke für deine ehrlichkeit 🙂

ich komm mal wieder mit einer als milde gesagt merkwürdig eingestuften eigenschaft: eitelkeit
ich gestehe, ich bin eitel
ich wünsche mir auch, dass auch ein paar menschen um mich trauern
und sagen: "och was war die steffi toll, sie wird uns fehlen. wir haben sie geliebt. sie hat uns viel gegeben."

ich wünschte, ich könnte selbstloser sein.


   
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(@Anonym)
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ups doppelt


   
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(@Anonym)
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ach, steffi, da gibt es bestimmt viele. **** ich hoffe doch, dass du uns (mir) lange lange erhalten bleibst.


   
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(@Anonym)
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Beigetreten: Vor 1 Sekunde
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Ich hasse es, auf Beerdigungen bzw. Trauerfeiern gehen zu müssen, weil das immer mit Tränen und unguten Gefühlen verbunden ist

ja, schon interessant, dass wir in unserer kultur auf beerdigungen immer soviele tränen lassen
mir kommt es fast so vor, als wäre es "unanständig", wenn ich mich auf einer trauerfeier freue...

mir ist es beim tod meiner oma lenchen so gegangen: ich habe mich für sie gefreut, die feier war wunderschön und ganz so wie sie es sich gewünscht hat
einige tage vor ihrem tod sagte sie zu meiner mutter so sinngemäß: "margrit, weisst du, meine beerdigung. sie soll feierlich sein und möchte ganz viele blumen. und die folkloregruppe soll meinen sarg tragen. ... ach, ich freue mich, bald wieder bei meinem otto (ihr mann) zu sein,"

das war ihre worte, und sie ist mit einem lächeln auf den lippen ganz ruhig und entspannt am morgen zu hause eingeschlafen, meine mutter und meine tante waren dabei. und die aussegnung war auch schön: am abend ihres todes hat sich die engste familie (kinder und enkelkinder) um ihren noch offenen sarg versammelt, die pastorin kam und hat sie gesegnet und jeder von uns konnte von ihr abschied nehmen. das war wirklich schön.

auch die beerdigung meines vater habe ich als sehr würdevoll empfunden. der pastor hatte ein sehr intensives gespräch mit uns geführt. hat all das, was wir über unseren vater erzählt haben, was wir an ihm geschätzt haben, in seine ansprache gepackt, es war einfach eine würdigung seines seins. auch wenn diese beerdigung sehr schmerzhaft war, so fand ich sie in gewisser weise doch als sehr schön, wir haben meinem vater die letzte ehre erwiesen.

schönheit und schmerz
liebe und leiden
liegen wohl manchmal ganz schön nah beieinander... hm....

als kind habe ich mir das öfters abends bevor ich einschlief
unter der bettdecke vorgestellt, wie es wäre
wenn ich jetzt tod wäre und in meinem grab läge
ich habe dann immer gedacht:
"meinen rekorder und die märchenkassetten hätte ich dann gern dabei,
ist doch sonst langweilig da unten." 😀
ja, und manchmal hatte ich große angst, schon als kind
vor dem tod
wie es wäre, wenn mein herz einfach aufhören würde zu schlagen
und dannn hab ich gedacht:
"nein, bitte lieber gott, lass mich leben
ich hab doch noch so viel vor hier"

also, ich will noch länger bleiben...
nur wer weiss, wie lange wir hier sind... wer wohl darüber befindet...?
und was da "on the other side" ist?
das paradies? ein neues leben als schildkröte...? (ähm ja wirklich, wer weiss das schon...)

nachdenkliche grüße

steffi


   
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