Erfahrungsbericht: Das Video-Training im Dezember 2014

Als ich das erste Mal hörte, dass wir in den 2 1/2 Tagen in Much ein Kameratraining machen, konnte ich schon merken, wie sehr diese Tage meine Komfortzone erweitern würden.

 

Das Setting

Die Vorgabe: Halte einen 3-minütigen Vortrag zu einem Thema deiner Wahl. Dieser Vortrag, bzw. das Video soll einem Zweck dienen, z.B.: mehr Menschen auf deine Website aufmerksam machen oder Anmeldungen für deinen Newsletter generieren.

Die drei Minuten (später 2 1/2) waren fest, heißt: Nach 3 Minuten ist die Kamera aus. Egal, wie weit der Vortrag ist.

Zusätzlich kamen dann noch Vorgaben für das Wochenende an sich:

  • Kein falsches Personalpronomen, außer es wird durch eine Gestik in Anführungszeichen gesetzt.
  • Kein "Aber"
  • Keine Rechtfertigungen

Außerdem wurden noch Paare gebildet, die aneinander gebunden waren waren, z.B.: Verlässt eine Person den Raum, muss die andere mit.

 

Der Ablauf

Am ersten Abend wurde dann der Ist-Zustand auf Video aufgenommen. Nach den Aufnahmen kam dann auch direkt das Feedback und eine Info, wo das größte Verbesserungspotential liegt.

Bei mir waren es Füllwörter und Konjunktive. Schön, dass ich direkt am ersten Abend erkennen durfte, dass das Wochenende tiefer geht, als reines Rhetoriktraining. Denn die Füllwörter und Konjunktive waren meine Strategie, mich nicht festzulegen, was zufälligerweise auch mein aktuelles Thema war und ist.

Samstag Vormittag war dann der Text dran: Wir hatten bis Mittags Zeit, jedes Wort des Vortrags aufzuschreiben, zu überdenken und Feedback bei den Anderen einzuholen. Auch hieraus konnte ich wieder mehr mitnehmen, als nur einen Text, denn so zielgerichtet habe ich selten über jedes einzelne Wort nachgedacht.

Nachmittags und Abends war dann das "Wie" dran: Körpersprache, State und Ankern waren Elemente, die mit eingeflossen sind.

Und da wir ja Abends gegen Mitternacht (oder noch später? Ich war eh schon fertig...) noch nicht genug gemacht haben *lach*, gab es zum Abschluss des Abends noch ein paar Spiele, die dank Julian (der ja gerne Spielregeln verändert) noch mehr Flexibilität und Kreativität forderten: Storycubes und den Ein-Wort-Professor. Einige kennen letzteren aus von Eva Thiel, die Storycubes können im Spielwarenhandel erworben werden. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, obwohl die Energie bei mir schon vorher raus war.

Am Sonntag wurde dann das letzte Mal eine Version aufgenommen, die dann alles beinhalten sollte, was wir vorher gelernt und verbessert hatten. Diesmal mit einem Greenscreen im Hintergrund und einem (dem Screen geschuldeten) anderen Kamera-Ausschnitt, der alle Raumanker, die ich mir vorher zurechtgelegt hatte, komplett zunichte machte (es lebe die Flexibilität und Stresstoleranz!).

 

Fazit

Alles in allem ein tolles Seminar. Ich habe lange nicht mehr so hartnäckig an einem Thema gearbeitet. Wir haben den Vortrag nicht nur im Seminarraum, sondern auch auf dem Zimmer mit Handykamera und Einzelfeedback aufgenommen und verbessert. Die Entwicklungen aller Teilnehmer haben für sich gesprochen. Zusätzlich hat Julian sein Wissen um Videokameras, Aufnahmetechnik und Software zum Editieren preisgegeben.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Ressourcen, die wir unter uns Teilnehmern gegenseitig austauschen konnten. Ich glaube, das ist einer der riesen Vorteile der Psychopragmatik. Hier lernt man sich über längere Zeiträume hinweg kennen und weiß dadurch, wer welche Stärken hat und wo man sich bei seinen Themen (zusätzliche) Unterstützung holen kann.

Ach ja: Die Bindung an eine andere Person (hallo Sandra!) war eine tolle Erfahrung, die mir interessante Sichtweisen eröffnet hat und mich sogar dazu gebracht hat, eine schlechte Angewohnheit komplett abzulegen (die bisher immer wieder im Seminar angefangen hatte)! Was genau möchte ich hier nicht schreiben, ihr könnt aber gerne fragen ;)

 

Bis zum nächsten Mal,

René

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