Der Zauber und Abgrund von NLP

Lieber Herr Chefchaot,

In meinem jugendlichen Leichtsinn und Drang die Weltherrschaft zu übernehmen, landete ich in ihrem NLP Practitioner. Ich habe es geliebt und gehasst gleichzeitig. Ihre absolust faszinierenden Fähigkeiten mit Menschen umzugehen. Skrupellos, ehrlich, und gleichzeitig auch sehr sympathisch. Das hat mich begeistert. Aber auch eine Menge Übungen die mein absoluter Horror waren. Schauspielern! Bah.. Am Ende sah die Welt aus wie ein Spielplatz. Alles voller bunter Möglichkeiten und so viel Potential. Gleichzeitig das Gefühl, dass ich gerade mal 10% von dem gesehen hab, was möglich ist und noch weniger selber beherrsche.

Dann der NLP Master. Viel Selbsterfahrung und viel Wirbel. Nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hab. Mein Ziel ist es gewesen, auch einen Teil ihrer manipulativen Fähigkeiten mitzunehmen. Aber wo waren Sie, Herr Chefchaot? Im Hintergrund. Hat mir nicht gefallen. Die Gruppenzusammenführungsdynamik von Ben war sehr interessant. Die Aufklärung fand ich dann ziemlich schwach. Schöne Momente in der Gruppe, dann wiederum Streitigkeiten im Trainerteam mit zwei offensichtlichen Fronten. Insgesamt eher alles etwas verwirrend und schwammig. Ich sehe die Wichtigkeit von System ein, allerdings war mein vorrangiges Ziel manipulativ mit NLP wirken zu können. Neben Dingen die ich lernen konnte, ging mir das doch sehr unter. Ich war etwas enttäuscht.

Doch wie komme ich dazu diesen Text zu schreiben?

An diesem wunderbaren Morgen verspürte ich ein immer stärker werdendes Gefühl in mir, was ich äußerst spannend fand. Ich bekam den Impuls, diese Worte mit Hilfe meines wundervollen Microsoft Produktes niederzuschreiben. Herrlicherweise steht mir ein Wohlfühl Schreibtisch zur Verfügung. Darüber habe ich mich heute bereits gefreut. Ich weiß nicht, ob Du es auch merkst, aber ich bin fasziniert wie leicht es mir jetzt und in Zukunft fallen wird diese Sätze zu tippen. Und wie sich dieses Gefühl auf jeden Lesenden überträgt. Was ich als ein untrügliches Zeichen deuten möchte, dass die Macht mit mir ist. Und somit auch mit Dir. Eine Botschaft hat schließlich immer Sender und Empfänger. Interessant…. Falls auch Du diese Zauberhaftigkeit in dein Leben einladen möchtest, dann lade ich dich herzlich ein dich hier mit mir an meinem spannenden Wohlfühlschreibtisch zu setzen.

Falls Du jetzt bis hier gelesen hast ohne dass sich deine Nase rümpft, deine Augenbrauen fragend nach oben ziehen und auch der Rest deines Gesichtes leichten Ekel ausstrahlt: Respekt. Du bist viel gewohnt. Hart im Nehmen. Ein Krieger. Oder Jesus.

Zurück zum NLP. NLP ist für mich ein Thema das Potential und Persönlichkeitsstörung in voller Wucht aufeinander prallen lässt. Einerseits mächtiges Werkzeug, was so viel Spaß und Potential entfalten kann. Andererseits sehe ich Menschen, die sich mit Hilfe ihrer im Seminar erlernten Techniken jedes Verhalten rechtfertigen und preisen. Als wären sie bekehrt worden.

Ich komme zu dem Schluss, dass NLP wie ein Magnet zwei Sorten von Menschen anzieht: Solche die ihr eigenes oder fremdes Potential entfalten wollen und solche die übertreiben. NLP ist keine Religion sondern ein Werkzeug und dieses Werkzeug einzusetzen um missionierendes Gelaber mit wirrer Logik zu erzeugen, finde ich voll scheiße!

Womit wir bei meinem ersten selbstidentifizierten Vorteil hinsichtlich des Themas Teammitglied wären: Ich rede nicht schwülstig. Ich bin ein Fan von subtiler aber mächtiger Manipulation wie Sie, lieber Herr Chefchaot, sie betreiben. Wie ihre Adleraugen sicherlich mitbekommen haben, habe ich in dem besagt schwülstigen Absatz weder man, noch aber noch nicht verwendet. Und falls das als Anlass für Szenenapplaus noch nicht reicht, hier ein weiterer Vorteil meiner Person: Die Teilnehmer meiner Zumba®Fitness Stunden bezeichnen mich als menschliche Soundmaschine, und ich habe unter anderem folgende coole Wörter im Programm: Arriba, woopidoo, Jiiihaaa. Ich finde das qualifiziert mich als Teammitglied.

Im Folgenden werde ich Sie, lieber Herr Chefchaot, eventuell etwas verblüffen, da ich beabsichtige sie unbewusst mit schönen Erinnerungen aufzuladen und diese in Verbindung mit meiner Person zu bringen: Ich kann alle Lieder von Tanz der Vampire auswendig mitsingen. Oh ja! Buzzwords sind hier: Knoblauch, Leidenschaft, Tod zu sein ist komisch, 1618 als es Sommer war, Herzblut, Gedicht, weiße Haut, Leben greif, Flamme, Asche, noch nie gebrannt, Glasige Augen, Hände wie Eis, Unstillbare Gier, Verstand triumphiert, Menschheit vorm Verderben bewahrt.

Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass ich innerhalb einer Woche lernen könnte ihre Unterschrift zu fälschen. Und nachdem ich das zur Perfektion gebracht habe, könnte ich mir antrainieren ihre Unterschrift zu spiegeln und etwas zu verlängern und wäre somit in der Lage auch die Unterschrift von Herrn Richard Bandler himself zu fälschen. Die Welt ist ein Spielplatz, oder nicht?

Nachdem ich nun jede ernsthafte Überlegung beinahe zertrümmert habe, möchte ich ernst fortfahren und die nötige Seriosität zurückerlangen. Ich schätze Leute, die gerne im Rampenlicht stehen und die Menschen begeistern. Ich bin keine Rampensau. Ich bin äußerst zufrieden damit hinten im Raum zu sitzen, alles zu beobachten und meine Schlüsse zu ziehen. Ich gebe gerne alles weiter was ich bis jetzt lernen konnte.

Ich sehe NLP als mächtiges Werkzeug. Nicht als Ersatzdroge. Ich bin auch nicht abhängig. Und ich plane weder jetzt noch in Zukunft meine Persönlichkeitsstörung mit schmächtigem NLP Halbwissen in Form von Seminaren zu verkaufen. Ich plane keine Gegenparty. Auch nicht wenn ich jedes Jahr 10 Tage auf meine persönliche Fortbildung aufwende. Ich beabsichtige weiterhin nicht schöne Wörter wie „Wohlfühlen“ für immer und ewig negativ konnotiert zu verankern.

Herr Chefchaot, ihre vornehme Zurückhaltung im Marketing auf der Ebene sozialer Netzwerke find ich äußerst bemerkenswert und sehr positiv. Dieses Gespame in Form von Werbung über persönliche Accounts geht mir mächtig auf die Eier. (Sorry Ben). Vertrauen Vertrauen Vertrauen kommt bei mir dadurch einfach nicht auf.

Alles in allem möchte ich mich bedanken für die Dinge die ich lernen durfte von Ihnen Herr Chefchaot. Natürlich kann ich mich mit einigen Sachen besser identifizieren und davon mehr mitnehmen, als von anderen die ich vielleicht etwas enttäuschend fand.

Äußerst dankbar bin ich über einige Bekanntschaften die ich im Seminar oder danach machen konnte, von denen ich während oder nach dem Seminar sehr viel lernen durfte und die ich allesamt sehr gerne hab und nicht missen möchte.

Ich bin mir sicher ich kann auch weiterhin noch sehr viel Lernen und bin fasziniert über die Mächtigkeit der Möglichkeit das Bewusstsein, und noch viel tiefgreifender das Unterbewusstsein steuern zu können. Auch wenn hier viel Schabernack geschrieben steht, vielleicht können Sie, Herr Chefchaot doch einiges von ihrem Wissen was sie mir beigebracht haben wiedererkennen. Vielleicht nicht. Auch nicht so schlimm. Denn alles fällt an seinen Platz.

 

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