Studi-Practitioner 2014 in FFM: Erfahrungen mit und ohne Julian Wolf

 

Der NLP Practitioner in Frankfurt startete für mich mit einigen Unannehmlichkeiten im Vorfeld.

Ich meldete mich Ende Februar für den Practitioner an. Gemäß meinem Verständnis hatte auf meine Anmeldung die Rechnung von Julian zu erfolgen.

So meine Erwartung. Da ich selber beruflich Woche für Woche Trainer für verschiedenste Sessions und Workshops anfrage, ist dies das für mich gängiges Procedere.

Mit Julian Wolf ist das etwas anders.

Mitte März hatte ich immer noch nichts von meinem Practitioner gehört. Ich wusste nicht was nun mit dem Bildungsurlaub ist und wann ich endlich zahlen könnte. Eine Rückfrage bei Julian ergab, dass er aktuell so mit Seminaren beschäftigt ist, dass er einfach noch nicht zu seiner Orga gekommen sei.

Mitte Juli riss mir dann mein Geduldsfaden- ich hatte keine Lust einen Trainer an seine Pflichten zu erinnern.

Ich hatte noch immer keine Rechnung erhalten und zweifelte stark daran, ob jemand der -in meinen Augen- nicht in der Lage ist, seine Anmeldungen im Griff zu haben überhaupt für mich als Trainer in Frage kommen konnte. Immerhin war die Teilnahme nicht nur mit Kosten sondern auch mit Organisation für mich verbunden. Eine Woche frei für ein ganztägiges ( und Julian meint wirklich ganztägig!!) Seminar in Frankfurt musste einfach geplant sein und mir war noch nicht klar, ob das Seminar stattfinden würde, ob ich denn nun angemeldet sei –gerade weil ich immer noch nicht gezahlt hatte, etc.

Ich entschied mich also dafür von meiner Anmeldung zurückzutreten.

Julian gefiel die Idee überhaupt nicht und da er keine Stornoregelungen getroffen hat, blieb für ihn nur die Variante mich für die vollen Seminarkosten zu verpflichten.

Hier nur ein allgemeiner Hinweis: Es gilt immer der Grundsatz des geringsten Schadens (laienhaft ausgedrückt) Wenn ich also als TN 4 Monate vor Seminarbeginn meine Teilnahme absage, so hat der Seminarleiter gesetzlich, auch wenn er keine Stornoregelung vereinbart hat, die Verpflichtung den geringstmöglichen Schaden zu verursachen. Dies kann er einhalten indem er einen Ersatz für mich sucht, mich einen Ersatz suchen lässt oder meine Absage anteilig berechnet. Natürlich ging ich nie davon aus mit 0 Euro rauszukommen- Nur eben sicher nicht mit dem vollen Seminarpreis- ich würde ja nicht teilnehmen und hatte dies auch frühzeitig verkündet…

Letztendlich war es für mich sehr interessant, dass Julian monatelang benötigt, um seine Organisation abzuschließen aber auf eine E-Mail mit der Bitte um Rücktritt kann er innerhalb von Stunden in gefühlt 50 Seiten reagieren. Da ich kein Interesse daran hatte mich per Mail, mit einer mir nicht bekannten Person, stundenlang auseinanderzusetzen, schickte ich noch einen offiziellen Brief an NLP Deutschland und reagierte auf Julians Mail nicht mehr. Ich fand es unprofessionell, dass er mir gleich den Namen einer Teilnehmerin und deren persönliche Geschichte aufdrückte und mich mit dieser Person in einen Topf warf. Dies tat er zwar, um mich davon zu überzeugen, dass er vor dem Gesetz im Recht und seine Seminare lohnend seien, dennoch bestärkte mich dies nur mehr in meinem Eindruck, dass Julian und ich absolut nicht zusammen arbeiten sollten.

Einige Zeit nach unserem letzten Kontakt machte Julian mir das Angebot den Practitioner ohne Zertifizierung, dafür aber für 0€ und einen Erlebnisbericht zu besuchen. Sollte ich dies nicht wollen, so hätte ich wieder den vollen Seminarpreis zu zahlen.

Ich fand das Angebot unverschämt, willigte dennoch ein, da ich mit keiner Faser meines Körpers bereit war ihm Geld für nichts zu überweisen. Ich ließ mir hierbei die Option offen, das Seminar frühzeitig zu verlassen- schließlich ist meine Zeit auch Geld.

Insgesamt fand ich es immer noch bezeichnend wie sich Julian anmaßte über ihm unbekannte Personen zu urteilen und überhaupt nicht gewillt war Entscheidungen zu akzeptieren. Ich bin immer noch der Ansicht, dass ein transparentes Stornosystem ihm zu Gute käme, da es beide Parteien-TN und Trainer- verpflichtet und gleichzeitig Spielraum ermöglicht und die Befindlichkeiten beider Seiten berücksichtigt.

So kam der Oktober und ich entschied mich nach Frankfurt zu fahren. Es war nicht einfach die ganzen Vorurteile gegen Julian und das Seminar über Bord zu werfen und mich auf die TN und Inhalte einzulassen. Zu meinem Glück löste Eva bald Julian ab und ich konnte mich besser konzentrieren. Eva (Schauspielerin und Leiterin eine Improschule) behandelte die Thematik des Status. Es war von ihr toll aufbereitet, mit viel Spaß und Freude gemacht und sehr hilfreich für den Alltag. Mir sind viele Situationen heute deutlich klarer als es sie früher waren und ich arbeite derzeit gerne daran mein gewonnenes Wissen im Alltag anzuwenden.

Im Anschluss an Eva kam Achim als Hypnosetrainer. Hypnose interessierte mich eigentlich nicht, aber dafür Achim als Mensch umso mehr. Nicht nur, dass er eine Präsenz hat, die mich beeindruckte; so bewegte mich seine Vita und seine Ausstrahlung nochmal mehr. Es waren spannende und interessante Stunden mit Achim und auch wenn ich Hypnose vielleicht nie so einsetzen werde, wie es mir möglich wäre, so nutze ich doch Kleinigkeiten aus der Hypnose sehr gerne um mich oder mein Umfeld zu beruhigen.

Als letzte Trainerin stellte Julian uns Gabi vor. Ich empfand Gabi zunächst als etwas herrisch und war gar nicht mehr so interessiert an ihrem systemischen Hintergrund (hatte dieser mich doch einige Tage zuvor noch freudig auf sie warten lassen). Nach wenigen Stunden zeigte sich allerdings, dass Gabi noch andere Seiten hat und von ihrem Fach viel versteht. Es war erneut bewegend und emotional Teil Ihrer Arbeit zu sein. Für mich persönlich war bei Gabi noch viel zu erfahren und ich konnte meine Vorurteile vollends über Bord werfen.

Wie zu merken ist widme ich Julian bisher noch wenige Zeilen. Dies liegt daran, dass ich Julian als Trainer sehr wenig wahrgenommen habe. Zwar hielt er vor allem abends regelmäßig Sessions mit uns, aber da wir hierbei viel in Gruppen oder mit Partnern arbeiteten, habe ich ihn immer mehr als Moderator und „Abtaster“ (dies versteht man, wenn man ihn kennenlernt und seine Geschichten mit 1000 Loops erleben durfte) wahrgenommen. Auch tagsüber war er häufig nicht im Raum und überlies seinen Trainern oder den Trainingsanwärtern die Gruppe. Dies war keinesfalls negativ und doch hatte ich die Erwartung, dass Julian eine tragendere Rolle im NLP Practitioner einnimmt. Ich bin mir sicher, dass aufgrund unserer etwas vorbelasteten Beziehung und meiner Unerfahrenheit mit NLP ich die ein oder andere Wirkung von Julian nicht wahrgenommen habe und gleichzeitig war seine Abwesenheit für mich besonders hilfreich, da ich mich besser auf andere Trainer einlassen konnte, als auf ihn.

Insgesamt hat sich der Besuch des NLP Practitioners für mich gelohnt. Julian kooperiert mit tollen Trainern und hat sein Seminar sinnvoll strukturiert (auch wenn dies nicht immer so scheint). Ich persönlich finde einmal mehr schade, dass Julian dies in der Organisation noch nicht so gut umsetzen kann. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass er Stornoklauseln einführt, um wirklich fair und respektvoll Teilnehmern begegnen zu können, die mitunter gute und/oder auch private Gründe für eine Absage haben.

Inhaltlich hätte ich es hilfreich gefunden einen Fahrplan zu erhalten für welche Situationen, welches Werkzeug besonders geeignet ist und z.B. die Info mit welchem Werkzeug ich es substituieren kann, wenn es nicht funktionieren sollte. Selbstverständlich mag dies alles sehr subjektiv sein, so glaube ich aber dennoch, dass man hier den Besuchern des NLP-Prac noch mehr Unterstützung geben kann.

Für Besucher ohne Vorwissen ist es in meinen Augen nicht leicht in die Thematik einzusteigen, da kann man noch so viel vorher lesen. Hier würde ich mir wünschen, dass im Vorfeld erklärt wird, was in den 8 Tagen passieren wird, was gelehrt wird und was die Key Learnings sein werden, sodass ich am Ende des Seminars überprüfen kann: Habe ich alles gelernt, habe ich alles verstanden und wenn nein, was möchte ich nochmal durchgehen Bspw.

 

 

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