Review zum NLP-Practitioner in Frankfurt Teil 2 - Gabi Beyer (AKA Veiser)

Review zum NLP-Practitioner in Frankfurt Teil 2 - Gabi Beyer (AKA Veiser)

Hier ein weiterer Review zum Studi-Prac in Frankfurt.
Diesmal etwas deutlicher in dem Format "Was war toll?" und "Was kann noch besser werden?".

Was war toll?

Eine Sache, die mich dieses Mal in Frankfurt nachhaltig beeindruckt hat war Gabi. Sie hat inzwischen drei Themen, die völlig klar bei Ihr liegen, und die sie einfach gigantisch gut umsetzt.

Schon Anfang des Jahres fing das Thema "Abwehrstrategien" an und es hat nicht lange gebraucht, bis wir den perfekten "Platz" für die Abwehrstrategien gefunden haben: Im ersten Block, Samstag Nachmittag, direkt vor der Fast Phobia Cure. Die Fast Phobia Cure ist sowieso schon ein spannendes und sehr tiefgehendes Format: Sich seinen eigenen Ängsten zu stellen bringt einige Teilnehmer deutlich an Ihre Grenzen. Direkt davor jedoch die Abwehrstrategien bewusst zu machen, dadurch wird die Fast Phobia Cure zu einer Einbahnstraße bzw. zu einem Spießrutenlauf für die Menschen, die sich vor einer Auseinandersetzung drücken wollen.

Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Abwehrstrategien Gabi da zusammengefast hat, und wahrscheinlich hat mein eigenes Unterbewusstsein da auch einiges gut verdrängt. In Erinnerung sind mir die Rationalisierung, die Aggression, die Rechtfertigung, die Müdigkeit ... hey, aber da standen doch mindestens 12 bis 14 verschiedene Abwehrstrategien auf dem Flipchart

Es wäre bestimmt eine tolle Idee, wenn jemand das im Forum thematisiert und all die Abwehrstrategien zusammenfasst. Ich selbst werde es (momentan) nicht initiieren, dafür habe ich zu viele andere Projekte, vielleicht mache ich es später mal, wenn es niemand anders macht.

Ich habe also, wie so oft, hinten im Raum gesessen und beobachtet, wie Gabi den Block gestartet hat: Erst kam eine äußerst faszinierende Erkärung der Entwicklungsphasen, so genau wusste ich bis dato gar nicht, wie die "Anale Phase" und die anderen Phasen sich definieren und was sie für eine Bedeutung haben. Ebenso war mir nicht bewusst, daß wir unser ganzes Leben lang in diesen Phasen "kreiseln" und daß jede Phase abgeschlossen wird, um dann die nächste Phase zu beginnen.

Danach sollten die Teilnehmer aufstehen, die Stühle auf die Seite stellen und Gabi wies sie an, in ein Gefühl zu gehen. Das erste Gefühl war "Freude". Die Teilnehmer standen frei im Raum, sollten sich bewegen, wenn sie wollten, und einfach das Gefühl von Freude spüren. Manche gingen einfach rein, andere haben übertrieben, und wieder andere haben kaum reagiert.
So ging das dann durch verschiedene Gefühle. Mal das eine, mal das andere, mal ein positives, mal ein (mutmaßlich) negativers. Es war absolut faszinierend, das zu beobachten, weil die Teilnehmer alle mit den Gefühlen beschäftigt waren und kaum einer mehr im Blick hatte, daß es ja um die Abwehrstrategien ging. Was also für einen Beobachter von außen als auch für einen Teilnehmer der "voll drinnensteckt" wie eine esoterische oder selbsthilfe-orientierte Gefühlsübertreibung wirkt war in wirklichkeit nichts weiter als ein "Listing für Abwehrstrategien". Die Absicht war so klar zu erkennen, daß sie eben auch einfach zu übersehen war: Mit welcher Strategie drückt sich jemand davor, in ein Gefühl zu gehen, das Ihm nicht passt?

Das ganze hat mir so verdammt gut gefallen daß ich mehr als eine Stunde später überrascht auf die Uhr gesehen und mich gewundert habe: So lange war ich schon lange nicht mehr bei einem anderen Trainer mit "dabei". Völlig im Inhalt, völlig fasziniert von dem Thema. Klar, die Inhalte von Tom und Eva kenne ich inzwischen ja auch sehr gut. Dennoch ... Gabi war verdammt gut und mir wurde daran bewusst, ich sollte mir mal wieder die Frage nach meiner eigenen Weiterbildung stellen. Wann habe ich das letzte Mal "was Neues gelernt"? Gehöre ich inzwischen etwa zu den überheblichen selbsternannten Gurus, die meinen, sie müssen sich von niemandem mehr was sagen lassen weil sie eh schon alles wissen?

Mit Erschrecken habe ich festgestellt, daß ich über die letzten zwei oder drei Jahre zwar sehr viel auf Unternehmerischer Ebene gemacht habe, mich sehr weit in die Videobearbeitung, in die Websiten, in die Unternehmensprozesse hineingearbeitet habe, daß ich sehr viel Zeit damit verbracht habe, das Team zu formen und vor allem Altlasten abzutragen, insbesondere aus meiner chaotischen Art zu arbeiten, und endlich eine Struktur zu schaffen, die auch entsprechend belastbar ist und erkennbar für Außenstehende. Doch als Trainer auf der Bühne ... wann habe ich das letzte Mal "gelernt"?

Die weiteren Themen von Gabi sind die Feedbackregeln und das systemische Stellen. In Frankfurt kamen noch die Werte dazu, zum ersten Mal und hervorragend vorbereitet von Gabi. Auch das hat mir wieder reflektiert: Wann bereite ich mich eigentlich vor auf ein Thema? Was mache ich Neues? Oder dümpele ich seit Jahren nur noch in dem Saft rum, der längst gegoren ist und aale mich in alten Leistungen ohne mir was neues anzueignen?

Ich jedenfalls bin vorgewarnt: Wenn ich nicht bald die Kurve kriege, mich selbst zu hinterfragen, mir neue Anstöße geben zu lassen und mir weitere Themen, weitere Ebenen und weitere Geschichten anzugucken, dann gehöre ich wirklich bald zum "Alten Eisen", versinke in der Selbstbeweihräucherung alter Erfolge und verliere aus dem Blick, daß die Zukunft stets Neues bringt und daß Neues mehr Spaß macht als Altes in der Endlosschleife.

Dazu reicht jedoch nicht ein neues Buch oder eine kurze Anregung, ein neuer Gedanke. Solche Ansätze sind stets da bei mir: Sei es Schnelles Denken, Langsmes Denken, was mich in den letzten Wochen gepackt hat oder Black Swan, der mir eine ganz neue Möglichkeit gezeigt hat, wie man eine Geschichte nahezu ohne Inhalt und fast nur durch Gefühle erzählen kann. Es geht nicht um solche "vereinzelten Gedanken" oder "schnelle Kost" in Form einer in eine Buch gepackten Lebenseinstellung. Es geht darum, mich selbst zu bewegen. Anstatt kleine Ergänzungen zu finden, die sich hervorragend in mein eigenes Glaubenssystem einpassen lassen, eine ganz neue Welt zu öffnen, die alles bisherige in Frage stellt. Diese großen Schritte, die ich früher sehr oft gemacht habe, die fehlen mir heute. Und sie stehen an! Ich vermisse sie!

Bei mir ist eine Alarmglocke angesprungen,
herzlichen Dank an Gabi,
die mich durch Ihre grandiosen Leistungen
darauf aufmerksam gemacht hat!

Alles Liebe,
Julian Wolf
NLP Master-Trainer

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