Feedback als Co-Trainer zur Hypnose Ausbildung 2012 (Köln)

Feedback als Co-Trainer zur Hypnose Ausbildung 2012 (Köln)

Nachdem einige private Anliegen jetzt endlich geklärt sind, ist es für mich an der Zeit, die Woche in Köln zu reflektieren. Dazu lässt sich sagen, dass die Ausbildung für mich eine großartige Erfahrung war, gerade weil es für mich das erste Seminar als Co-Trainer (und damit auch in der Meta-Position) war. Zu den folgenden Punkten möchte ich hier Stellung nehmen.

1) Die Gruppe

Spannend! Montag erwartete uns ein sehr durchmischtes Feld und überraschend viele Leute gaben an, sich für eine therapeutische Nutzung der Inhalte zu interessieren. Optimal daher, dass Achim noch ins Trainer-Team aufgenommen wurde.

Ich denke, dass das Handlen einer 75 köpfigen Gruppe auch für 3 Trainer und 8 Co-TrainerInnen eine Herausforderung darstellt. Das hat aus meiner Perspektive super geklappt trotz dem ein oder anderen schwierigen Klientel (Hallo, Peter! ;)). Begeistert hat mich vor allem der Wissenshunger der TeilnehmerInnen und die Bereitschaft alles Gelernte auch direkt auszuprobieren. Es macht mir großen Spaß, die stetigen Erfolge der Teilnehmenden über die Woche zu beobachten. Vor allem wenn Menschen, die an Tag1 noch eine "Bei mir wird das nicht funktionieren!"-Einstellung an den Tag legen, in den kommenden Tagen Phänomene wie Armleviation zeigen, dann geht mir das Herz auf. :) Die Fähigkeit selbst in tiefe Trance zu gehen ist aus meiner Sicht der wichtigste Lerninhalt einer solchen Ausbildung. In diesem Zustand lassen sich sehr schnell sehr große Sprünge machen - das Hypnotisieren ist dann nur noch eine Frage der Übung. Wie in jeder Gruppe standen sich auch hier viele verkopfte Kontrollfreaks (ihr seid mir so schöne Spiegel für mich!) mit ihren Erwartungshaltungen selbst im Weg und jeden und jede von denen in Trance zu sehen ist für mich ein doppelter Erfolg!

Nur ungern habe ich Anfragen alá "Kannst du mich mal richtig wegbomben?" zurückgewiesen. Ich gehe hier aber dacor mit den anderen TrainerInnen, dass es keinen Sinn macht, hier den Lernprozess abzubrechen für eine Abkürzung. Um so schöner war für mich die eine oder andere kleine Mini-Intervention am Rande, welche mir mal wieder gezeigt haben, welch starkes Tool die Hypnose (und auch NLP) doch ist.

 

2) Die Trainer

Besonders gefallen haben mir die Auftritte von Aaron, welcher tiefgängig so ziemlich jede Frage beantworten konnte. Die Hypnose Show ist immer wieder ein herrlicher Spaß (Waltraud!!) und zugleich der beste Convincer den man sich vorstellen kann.

Seitdem ich verstehe, was Tom da eigentlich tut, bin ich von seiner Arbeit ebenfalls sehr begeistert. Seine Programmierungen - damals halb zweifelnd, halb in Trance zuhörend - mit Stift und Zettel aus der Meta-Ebene zu verfolgen war für mich sehr spannend. Für mich war das wie ein Blick hinter die Kulissen von dem Zauber, den er da veranstaltet. Ich hatte das Gefühl, dass Tom das Maß an Geschichten reduzierte als Reaktion auf die Teilnehmenden. Das gibt einen Pluspunkt für Flexibilität aber auch einen Minuspunkt; ich sehe Tom nicht als den Theoretiker - hier hätte ich mir gewünscht, dass er bei seinen Stärken bleibt (Programmieren und Stimme!). Vista!

Achim hat für mich die interessantesten Inhalte geliefert, da ich mich selbst vorrangig für eine therapeutische Nutzung des Trancezustandes interessiere. Seit Julian&Friends ein Top-Trainer für mich hat er vor allem viele Tolle Fallbeispiele geliefert. Unbedingt wieder!

 

3) Die Co-TrainerInnen

Inhaltlich habe ich natürlich am wenigsten von den Co-TrainerInnen mitbekommen. Was ich sagen kann ist, dass wir als Gruppe super funktioniert haben trotz der großen Erfahrungs-Unterschiede. Professionelles Auftreten und eine schöne Mischung aus Hilfsbereitschaft und Zurücknehmen im richtigen Moment. Auch die Stimmung (und das abschließende Essen) unter der Gruppe war 1A. Die Zirkeltrainings welche ich überwiegend in zweier-Gruppen durchgeführt habe, waren jeweils Highlight für mich. Vor allem Johnny hat mich in seinem Auftreten begeistert und René mit seiner Bereitschaft für den Lernprozess weit ausserhalb seiner Komfortzone zu Arbeiten.

 

4) Inhalte/Aufbau/Zirkeltraining

Resultat-orientiert lässt sich sagen, dass die TeilnehmerInnen eine umfassende Ausbildung erhalten haben und - sehr wichtig - auch viel Übung. Gut gefallen hätte mir hier inhaltlich eine stärkere Trennung der Stile (Erickson-permissiv, Elman-autoritär, Showhypnose, etc.). Was die Teilnehmenden ausprobiert haben sind wahnsinnig viele Induktionen (von nonverbalem Atempacing bis Fallinduktion). Ich empfinde es als sinnvoller sich auf einige grundlegende Induktionen verschiedener Stile zu reduzieren und diese dafür intensiver zu Üben. Vor allem die recht komplexe Schnellinduktion, welche Aaron auf der Bühne vorführte, hätte deutlich mehr Übungsraum gebraucht. Zwei Teilnehmende probierten diese im Laufe des Seminars bei mir aus, was in einem Schlag ins Gesicht und einer stürzenden Hypnotisierenden resultierte. Gut, dafür ist Üben wahrscheinlich da ;)

Gerade wenn die TeilnehmerInnen angeben eine therapeutische Nutzung anzustreben, bedarf es meiner Meinung nach mehr Interventions-Inhalten. Mindestens Themen wie inhaltsfreie Prozess-Instruktionen, gern aber auch NLP-Formate alá Reframing und NBG. Auch der (unendlich wichtige) Ökocheck wurde nur angerissen und es blieb offen, wie ich einen solchen eigentlich durchführe. Hervorragend hätte mir hier eine umfangreiche Demonstration einer Intervention auf der Bühne gefallen. Mir kurzem Vorgespräch, Ökocheck und einem einfachen Trance-Format wie zB. Reframing. Achim wäre hier der richtige Mann. Ich denke der Lerneffekt ist den Zeitaufwand wert.

Die Zirkeltrainings waren mir inhaltlich zu einem ebenfalls zu querbeet und unstrukturiert. Für manche Themen war schlicht nicht genug Zeit (Handshake, Halluzination, etc.). Trotz wenig bis gar keiner Vorbereitungszeit haben die Co-TrainerInnen die Aufgaben hervorragend gemeistert. Die fehlende Vorbereitungszeit hatte für mich den größten Lerneffekt der Woche, da wir hier quasi improvisieren und entsprechend flexibel reagieren mussten. Am Freitag ein Thema, welches ich nichtmal theoretisch wirklich behandelt habe (Halluzination) zu Lehren, war für mich insofern ein totales Highlight, weil ich einfach meine Beobachtungen verwendet habe und 3 von 4 Zirkeln zum Halluzinieren bringen konnte. Die Arbeit hat in den Zirkeln trotz wenig Platz/Zeit und entsprechender Lautstärke einen riesen Spaß gemacht und ich durfte in den Übungen ausserordentlich viele Erfolge beobachten. Mehr Vorbereitungszeit hätte die Qualität für die Seminarteilnehmer in jedem Fall insofern erhöht als dass so meist der letzte Zirkel den besten Inhalt bekam ;)

5) Was werde ICH anders machen?

Alles? Ich habe jeden Tag soviel gelernt, dass ich schon von Tag zu Tag riesen Schritte machen durfte. Am Freitag konnte ich in den Zirkeln jede Person erreichen, im Blick behalten und auch meine Stimme muss deutlich lauter und klarer geworden sein. Zwischen meinem Auftreten jetzt und meinem ersten NLP-Practicioner müssen Welten liegen. Häufig haben wir im ersten Zirkel festgestellt, dass ein Teil unseres Aufbaus keinen Sinn macht und diesen dann direkt verworfen. Die Präsentationen haben das Vertrauen in meine hypnotischen Fähigkeiten gestärkt. Die Zirkel haben meine Flexibilität an die Grenzen gepusht. Die improvisierten und dennoch erfolgreichen Induktionen durch die ganze Woche (Doppelinduktion mit Johnny und Maria - Top!) haben mir gezeigt, dass es kein Script braucht. Schön war auch zu sehen, dass ich auf ziemlich jede Frage in den Pausen und am Rande Antworten geben konnte - das theoretische Verständnis ist hier unüberraschend meine klare Stärke. Alles in allem hat mir die Woche als Co-Trainer einen guten Selbstbewusstseins-Schub gegeben. Für die Zukunft nehme ich mir vor, das Gelernte zu inkorporieren und an einem Montag da weiter zu machen, wo ich am Freitag aufgehört habe. Was sonst auf meiner Agenda steht ist vor allem (und immernoch) zu Lernen, mich besser Zurückzunehmen und etwas Mittelpunkt und Perfektionismus abzugeben um den Teilnehmern und anderen Trainern mehr Raum zu geben. Definitiv mein schwerster Punkt ;)

Desweiteren freue ich mich über jedes positive oder negative Feedback seitens der Teilnehmer und Trainer. Ich befinde mich in einem konstanten Optimierungsprozess. Da ich unter anderem Erwachsenenbildung studiere und auch in diesem Feld arbeiten möchte, liegt es mir hier sehr am Herzen meine Lehr-Kompetenzen auszubauen. Für das Feedback, welches ich über die Woche und vor allem am Freitag erhalten habe, bedanke ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich.

Bis zum nächsten Mal?!

Finn

 

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