Whito ... mein Zweiter Patenhund

Whito ... mein Zweiter Patenhund

Der zweite Hund, für den ich eine Patenschaft übernommen habe, ist Whito. Er guckt so lieb, doch das, was mir wirklich das Herz gebrochen hat, ist die Geschichte. Und sie ist in nur einem Satz zu erzählen: Ein Auto führ über Whitos Hinterläufe als er an der Straße schlief. Ich mag gar nicht an den unvorstellbaren Schmerz denken, den zwei zertrümmerte Hinterläufe machen, von denen man aus dem Schlaf gerissen wird.

Der Helfer braucht einen ganzen Nachmittag um den Hund soweit zu beruhigen, daß er sich ihm nähern und ihn notdürftig versorgen konnte. Und wieder, es ist gerade die Verbindung mit Shades, die mich so sehr rührt. Ich weiß, wie Shades guckt, wenn ihm was weh tut. Und nun ist da dieser Whito, der auf dem Foto schon wieder (einigermaßen) glücklich guckt. Vor allem: Er guckt offen!

Was machet die Menschheit mit Ihrem Wissen Ihren ungleich höheren Fähigkeiten, das Leben bewusst zu gestalten? In Paris werden Menschen erschossen, weil sie Bilder malen, im Irak fliegen Piloten in Flugzeugen über Städte, um diese zu bombadireren und auf dem Boden wird ein abgestürzter Pilot bei lebendigem Leib verbrannt. Vor den Grenzen der USA werden Menschen ohne Anklage gefoltert ... und das unter dem Kommando des Friedensnobelpreisträgers Obama. Den nächsten Friedensnobelpreis hat dann die ganze EU bekommen ... und lässt gleich darauf über Frontex immer mehr Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen. Die Medien berichten jedoch nicht über die "Bösen Politiker", sondern stellen es lieber so dar, als ob die "Schleuser" ach so unverantwortlich wären. Ein kleines bißchen Recherche zeigt auf ... die Schleuser sind weitaus verantwortlicher als die Politiker. Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Schleuser an der EU-Grenze und einem Fluchthelfer zu den alten DDR-Zeiten? Die einen sind Helden, die anderen Verbrecher ... doch wer macht diesen Unterschied?

Alles in allem weiß ich kaum noch, wofür ich mich einsetzen kann, ohne in einem Strudel der Selbstverlogenheit unserer Systeme zu landen. Und so gefällt mir der Gedanke, daß ein Hund, der noch immer freundlich ist, nachdem seine beiden Hinterläufe zerschmettert wurden, nun durch mich ein schöneres Leben haben kann. Die Genesung wird sicherlich lange dauern, und das, was mich wieder mal am meisten rührt ist die Vorstellung, wie der Pfleger zu Whito kommt und sich freut, daß für Fressen und Medikamente gesort ist über die nächsten Jahre. Mindestens zwei Lebenwesen, die sich freuen!

Alles Liebe, Julian!

 

 

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