Liebes Trainer-Tagebuch

Hallo Leute,

hier werde ich eine Zeit lang meine aktuelle Entwicklung als Trainer festhalten.
Einer der Gründe, warum ich zur Psychopragmatik gekommen bin, ist die Gesellschaft.
Hier gibts bestimmt viele Leute die genau wie ich entweder Trainer werden wollen, Trainer sind, oder mal Trainer waren und die mir aus den verschiedenen Blickwinkeln tolle Anregungen geben können, wenn ich mal wieder feststecke. Und vielleicht profitieren auch andere davon, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich und hier Inspiration rausziehen können.

08.04.2014
Meine Trainergeschichte:

Ich bin Mark Oswald, werde in 2 Tagen 23 Jahre alt und bin seit Februar 2013 selbstständig als Trainer.
Im Vorfeld habe ich eine Ausbildung im öffentlichen Dienst gemacht und wurde im Anschluss auch übernommen. Aus der Anstellung hab ich nach 4 Jahren gekündigt, weil mich die tägliche Routine und die fehlenden Herausforderungen verrückt gemacht haben.
Direkt im Anschluss war ich für 3 Monate bei einem anderen Betrieb - bei dems von beiden Seiten vorn und hinten nicht funktioniert hat und somit die Anstellung dort verhältnismäßig schnell wieder geendet hat.

Dann stand ich da und hatte praktisch nix mehr. Wer nix hat, kann nix verlieren und ich hab für mich entschieden dass ich in Zukunft nur noch eine Arbeit machen werde, die mir zu mindestens 75% Spaß macht. Also bin ich zur Gemeinde gegangen und hab mich selbstständig gemacht.
Ich wusste damals noch nicht genau, was ich werden wollte. Zum Glück hab ich zu der Zeit zum weiß Gott wie vielten Male den Alchemist von Paulo Coelho gelesen und hab in Konsequenz in meinem Leben nach "Zeichen" gesucht, wohin es mit mir gehen soll.
Das war die Zeit, in der ich fast jeden Tag irgendetwas in die Richtung gesagt bekommen habe wie "du kannst gut zuhören, mit dir zu sprechen hilft mir, du kannst gut erklären, werd doch Trainer".

Die Entscheidung war also klar, irgendwie wollte ich Trainer werden.

Das erste halbe Jahr habe ich von meinen reserven gelebt und gearbeitet, ohne dabei wirklich Geld zu verdienen. Die ersten 100 Seminarstunden hab ich für umsonst gemacht, genau wie die ersten Einzelcoachings - schließlich wollte ich mich probieren und feststellen, in welche Richtung ich meine Talente habe.

In dieser Zeit hab ich mich dann von einem meiner mittlerweile besten Freunde im 1on1 im NLP und in der Hypnose ausbilden lassen und damit mein erstes Handwerkszeug in die Hände bekommen.
Um zu lernen habe ich so viel wie möglich kostenlos gearbeitet, bin regelmäßig zu Freunden und bekannten gefahren um sie zu Hypnotisieren, hab in lokalen Facebookgruppen Coaching zum Selbstkostenpreis angeboten und damit die Erfahrung gesammelt, die ich brauchte um mich selbst als Trainer anzuerkennen.

Ich bin in diesem Jahr in fast einem dutzend verschiedener Städte gereist, um Vorträge zu halten, Einzelcoachings zu geben oder irgendwas anderes cooles zu machen. Dabei hab ich flexibilität gelernt, weil ich aus Mangel an Geld immer die möglichst günstigste Alternative, also Couchsurfen, Mitfahrgelegenheiten, Trampen etc. nehmen durfte bis musste. In dieser Zeit hab ich so viel Gastfreundschaft, so viel neues und so viel tolles erlebt, wow.

Nach einem halben Jahr hab ich dann angefangen Geld zu verdienen, hauptsächlich durch Hypnosesitzungen. Dann gings aufwärts! Meine Höhepunkte waren ein Seminar auf Mallorca zu halten und einen eigenen NLP-Practitioner zu geben, beides kleine Meilensteine in meinem Trainerdasein.
Ich weiß nicht wie viele Hochs und Tiefs ich im Jahr 2013 erlebt und überstanden habe aber jedes einzelne hat mich irgendwie ein Stück weiter gebracht. Ich dachte über das Jahr um die 5x, dass es jetzt nicht mehr weitergehen würde und jedesmal gings dann doch irgendwie.

Anfang 2014 wurde mir dann Julian mit seiner Mitgliedschaft empfohlen und im März war dort das erste Trainerwochenende.

Und das bringt mich zum Status Quo:

Heute bin ich in meinen Augen auf einem verhältnismäßig gutem Weg.
Ich habe mit vielen Menschen (vor allem mit mir selbst :D) gearbeitet, habe viele Seminare gehalten und habe ein relativ sicheres standing als Trainer entwickelt. Neben meinem Trainerdasein hab ich auch das Unternehmertum für mich entdeckt und bin grad in der Gründung einer 2.Firma, das soll aber hier nicht Thema sein.

Unabhängig davon, dass ich mir immer wieder sagen lassen darf wie viel ich schon erreicht hätte, wie toll es ist dass ich mein eigenes Ding mache etc. stecke ich aktuell mal wieder in einem Tief. Ich hab mal wieder keine Ahnung wos hingehen soll.

Mein größtes Problem ist, dass ich, obwohl ich viel Zeit und Geld in Marketing-Coachings investiert habe und mir viele viele Gedanken über mich und meine Arbeit mache mal wieder nicht klar sagen kann, was genau ich eigentlich anbiete und zwar so, dass "man" es auch versteht.
Anfang 2013 hab ich Seminare zum Thema Ziele und Persönlichkeitsentwicklung gegeben.
Mitte 2013 hab ich mich als Hypnotiseur angeboten.
Ende 2013 hab ich NLP angeboten
Anfang 2014 hab ich mich als Flirttrainer versucht.

In allem was ich dort probiert hab war ich verhältnismäßig erfolgreich, aber bisher wollte ich mich noch nicht irgendwo festlegen. Ich verändere mich schnell und lerne so rasant so viel neues dazu, dass meine alten Schuhe mir oft nach einiger Zeit nicht mehr passen. Anfang 2014 hab ich dann Marketing-Coachings genommen, in denen unter anderem auch der "Augenöffner" geboren wurde und dennoch kann ich noch nicht wirklich klar kommunizieren, was ich zu bieten habe.

Um also meine aktuellen Probleme kurzum zusammenzufassen:
- Ich hab aktuell weniger Kunden als zu zahlende Rechnungen.
- Mein Angebot ist zu schwammig und ich steh vor einer großen Wand, hinter der geschrieben steht in welche Richtung ich gehöre
- Ich hab keine guten Low-Budget-Marketing Ideen mehr.
Gastartikel bei großen Blogs, kostenlose Vorträge quer durch Deutschland, eine kleine Radiosendung im Lokalradio, das anbieten von Tagesseminaren zum Selbstkostenpreis, das testen von hohen so wie niedrigen preisen, Videos drehen, kostenlose Ebooks und Coachingletter anbieten, das alles hab ich aktuell hinter mir und das alles hat mir im Endeffekt fast nichts gebracht und Groupon will mich nicht.
- Ich beginne langsam an mir selbst zu zweifeln.

Ich hab jetzt über ein Jahr lang jeden Tag dafür gekämpft, dass ich heute das Leben leben kann, welches ich lebe. Ich hab keine Lust den Kopf in den Sand zu stecken, mir gehen aber langsam echt die Ideen aus.

Für Inspirationen aller Art bin ich dankbar.

Mark
www.livetheadventure.de

 

 

 

 

 

 

Kommentare

Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Mittwoch, 16. Oktober 2019
Für die Registrierung bitte Benutzername, Passwort und nötige Felder eingeben.

Blog-Beiträge

Hallo Zusammen, mein zweiter Tag war schon erstaunlich. Ich kann jemanden hypnotisieren. Ich! Die Gruppe ist w...
Direkt am frühen Morgen haute Julian 2 Zitate raus, die viel in mir zum Schwingen brachten und sichdirekt in m...
Seit 60 Minuten warte ich vor dem Theater auf den Beginn der Vorstellung. Ich habe keine Ahnung wer es ist, um...
Die HemiSync-CDs sind für mich seit jeher ein Leidenschaftsprojekt: Es sind wundervolle und äußerst effektive ...
Liebe Brüder, liebe Schwestern! :)Ich habe mich für Kommunikationstrainer-Ausbildung bei NLP-Deutschland entsc...

Page