Ich bin neuerdings Angestellt und Verheiratet!

Ich bin neuerdings Angestellt und Verheiratet!

Gerade kam wieder so ein Anruf rein. Aus einem Callcenter mit den Worten "Wir sind von dem statistischen Blablabal. Keine Angst, wir machen keine Werbung, wir wollen Ihnen nichts verkaufen. Haben Sie kurz Zeit, maximal zwei Minuten, uns zu statistischen Zwecken ein paar Fragen zu beantworten?".


Ja, natürlich habe ich die. Die kurze Zusammenfassung von dem, was nun in deren Daten steht:

Ich bin knapp 50 Jahre alt und verdiene mit meiner Frau zusammen mehr als 20.000 Euro netto im Monat.
Dummerweise habe ich keine Ahnung, daß die Regierung die Rentenansprüche auf 50% kürzen will und ich habe keine Ahnung, wieviel Geld ich jedes Jahr bei meiner Einkommensteuererklärung zurückbekomme.

Nun rechne ich damit, daß in den nächsten zwei Wochen eine Firma bei mir anruft, die mir anbietet, daß ich viel STeuern sparen kann, wenn ich zusammen mit meiner Frau irgendwas bei denen unterschreibe. Die werde ich dann informieren, daß meine Frau vor drei Wochen mit unserem Golflehrer nach Mexiko durchgebrannt ist und die Daten leider "veraltet" sind.

Warum mache ich das eigentlich?


Durch Facebook, Google, Payback und Co. werden die Menschen immer vorsichtiger, was Ihre Daten angeht. Geburtsdaten werden schon gar nicht mehr herausgegeben, man macht sich Sorgen um eMail-Adressen und Login-Zeiten bei Facebook oder gar um Bewegungsprofile über Smartphones. Die Angst vor Datenklau ist so immens geworden, daß viele Menschen sie kaum noch losbekommen und überall was böses vermuten.

Doch der Wert der Daten liegt in der korrektheit: Falsche Daten sind nichts wert. Ganz im Gegenteil, sie sind sogar peinlich, sie steuern Ressourcen einer Firma in unproduktive Verkaufsgespräche, sorgen für falsche Ausrichtungen und so weiter.

Seit ewigkeiten frage ich bei jedem Einkauf an der Supermarktkasse, ob irgendjemand eine Payback-Karte hat. Wenn ja ... dann kriegt er meinen Einkauf "geschenkt" und ich freue mich diebisch darüber, daß gleich zwei Datensätze "verdorben" sind. Am Telefon bin ich stets auskunftswillig und habe mich auch schon als alles ausgegeben: Einmal als alte Oma, die mit 23 Katzen zusammenlebt (ich habe dem Menschen am Telefon wirklich alle 23 Katzennamen aufgezählt), ein andernmal bin ich mit gerade 18 Jahren zum Bürgermeister eines Vorortes von Köln gewählt worden und nun verbeamtet. Mal bin ich Mann, mal bin ich frau, mal bin ich Deutsch, mal Hindu, mal religiös, mal Atheist, und einem habe ich mal lange erklärt, daß ich Diskordianischer Papst bin.

Wenn jemand all meine Daten zusammenträgt dann gibt es wohl nur eine einzige Erklärung: Ich bin hochgradig Schizofren. Aber ganz real ist es doch viel einfacher: Ich halte diesen kreativen Umgang mit meinen Daten für eine viel bessere Abwehrstrategie als die dauernde Angst davor, daß jemand irgendwas über mich herausfinden kann.

So macht das Leben einfach mehr Spaß!

Alles Liebe,
Julian Wolf
NLP Master-Trainer

 

 

 

 

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