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Im Umbruch!

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(@harald)
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Themenstarter  

Liebe Community,

grad eben habe ich mit Julian telefoniert, eigentlich um nur ein paar Infos einzuholen. Im Laufe des Gesprächs ging es dann auch um mich und meine Situation. Und da ist er mir ziemlich "auf die Füße getreten", hat mich an wunden Punkten erwischt. Dann hat er mir "das Versprechen abgenommen", mich hier zu zeigen. Ich weiß noch nicht, was das hier werden soll und ich war auch ziemlich gestresst nach dem Telefonat und auch sauer, bin aber gleichzeitig neugierig geworden. Also komme ich meinem Versprechen nun nach. Auf die Gefahr hin hier auseinander genommen zu werden.
Ich befinde mich in einem massiven Umbruch. Was ich grade erlebe und darin erkenne weiß ich seit vielen Jahren. Ich hatte sehr viel Therapie und Selbsterfahrung. Über das letzte Jahr sind die Dinge dann aber deutlichst auf den Punkt gekommen. So deutlich, dass ich nun nicht mehr wegsehen und schon gar nicht mehr wegfühlen kann. Ich bin Angst und Starre in mir begegnet, einem traumatischen Erleben von innerer Ambivalenz bis hin zu auch körperlichen Erstarrungsmomenten. Hin- und Hergerissensein in allen meinen Lebensbereichen, selbst kleinste Entscheidungen haben in mir großen Stress ausgelöst (und tun es mitunter immer noch). Dann das Erleben von überwältigendem Schmerz, Verloren- und Verlassenheitsgefühle, heftigste Überich-Attacken, Selbsthass, Empfinden tiefster Wertlosigkeit. Auch Selbstmordgedanken waren eine Zeit lang sehr präsent und wurden immer konkreter. Und wenn ich nicht einen tollen Therapeuten hätte, dann weiß ich nicht ob ich noch da wäre. Danke an ihn!!
Ich hatte mich die letzten Jahre in einem Lebensmodell eingerichtet, welches der Ambivalenz in mir gut entsprach und welches mir eine halbwegs ausgewogene Mischung von Nähe und Distanz ermöglichte. Ich bin seit 4 Jahren als verbeamteter Lehrer in vorläufiger Frühpension (hatte einen ersten Zusammenbruch vorher) und arbeite seitdem nicht mehr. Ich meine ich habe selten gern gearbeitet, außer wenn es nicht um das Lehren selbst ging, sondern um die direkte Begegnung mit den Kindern und Jugendlichen.
Im Wechsel hatte ich dann eine Woche meine beiden Kinder bei mir und in der anderen Woche bin ich jeweils bei meiner Freundin gewesen und hatte zwischendurch immer auch mal Zeit allein. Dabei habe ich mich von anderen Kontakten, auch Freunden, weitgehend zurückgezogen. Ich liebe meine Kinder und meine Freundin, sehr!!, und das war eine Zeit lang auch gut so. Und ich weiß das auch zu würdigen! Was ich da gelebt habe. Nur es funktioniert so nicht mehr, das Leben oder wie auch immer man das nennen möchte hat "Halt" gesagt. Es gab die entsprechend benötigten Auslöser, meine Freundin hat eine Entscheidung für sich getroffen, mit der ich überhaupt nicht klar gekommen bin, es gab Kämpfe zwischen ihr und mir, ich konnte am Ende nichts tun, bin zunehmend in mich zusammengesackt bis hin zu den grade beschriebenen Zuständen. Da war klar und es war als hätte das Leben oder mein Innerstes oder wie man es nennen mag so oder so Ähnlich zu mir gesagt: "Da ist noch was zu erledigen. Bist Du dabei? Das wird nicht einfach, wie Du es gerne hättest, aber es lohnt sich! Und ich freue mich, wenn Du dabei bist." So freundlich, wie ich das hier formuliert habe, klang das für mich im letzten Jahr wahrlich nicht immer. Auch wenn es immer wieder ein durchscheinendes Wissen gab, dass dies alles jetzt gut und vielleicht sogar das Beste ist, was mir passieren konnte und kann.
Und so bleibt mir nun die Wahl, mich aufzugeben oder mich anzupacken. Und so klar die Entscheidung mich anzupacken auch ist, so unglaublich gewaltig sind die Widerstände, die da herum auftauchen. Und all das lief mein Leben lang unterschwellig, subtil und längst immer schon so. Auch wenn es - zum Glück - immer wieder Phasen der inneren Freiheit, Freude, Energie, Kraft, Frieden oder/und einfacher Klarheit gab: Das "Andere" ist bis heute wie ein roter Faden dagewesen, mal deutlich spürbarer, mal latent, subtil bis gar nicht wahrnehmbar. Ich kann eine resignierte Grundstimmung dem Leben, der Welt, mir selbst gegenüber bis in meine frühesten Kindheitserinnerungen finden. Und ich kenne Zusammenhänge, erinnere Ereignisse, Geschichten wie diese Haltung dem Leben und mir selbst gegenüber entstanden ist.
Jetzt geht es um Umsetzung, trotz oder mit diesen noch so guten Gründen und Bremsklötzen und allem, was sich dagegen sträubt. Und so stehe ich nun vor der Mammutaufgabe tatsächlich mein Leben ganz und gar konkret anzupacken, in die eigenen Hände zu nehmen, und ich bin - verdammt noch mal - schon fast 47!! Wenn ich's umdrehe bin ich erst 47, und dazwischen liegt das "egal wie alt, was soll das bedeuten, jetzt ist die Zeit". Ich möchte hier nicht klingen wie ein abgedroschener Motivations-Coach, der in High-Zustände bringt und dann beim Fallen längst wieder weg ist. Und ich hoffe auch, dass ich hier nicht in so einen Bereich geraten bin.

Ich habe in den letzten Jahren nur eins gewollt: Frei und glücklich sein! Was ich zwar "irrr-gent-wiie" wusste und schon oft genug gehört hatte: dass das möglicherweise noch durch die ein oder andere Hölle führen könnte. Was ich aber leider oder zum Glück gar nicht wusste: was das tatsächlich bedeuten kann. Und hätte ich gewusst, welche Höllen da nun tatsächlich ins Erleben gekommen sind, wäre ich wohl nicht so bereitwillig gewesen. Jetzt bin ich froh, dass es genauso gekommen ist. Und finde es gleichzeitig zum Kotzen.
Ich habe mich lange auf spirituellen Pfaden bewegt. Und den letztlich mir begegneten Lehrern, Meistern werde ich die Treue vermutlich noch lange halten. Wahrheit, Liebe, Freiheit ist mein Herzensfokus und ich glaube das wird er bleiben, das ist zu wichtig, das berührt mich einfach ganz tief, auch jetzt wenn ich darüber schreibe, kommen mir bei diesen Worten Tränen der Berührung. Und gleichzeitig gibt es da ein Sehen, ein neues Sehen dessen, was ich viele Jahre schon im Kopf wusste, im Grunde aber mein ganzes Leben lang so gut wie möglich ausgeblendet hatte: Dass es auch eine relative Ebene gibt, auf der auch ich meinen Part zu erledigen habe, in voller Eigenverantwortung. Ich meine ich wusste das und ich habe auch nie einen dieser spirituellen Lehrer etwas dem Widersprechendes sagen hören. Aber an den Stellen, wo wer oder was auch immer darauf hingewiesen haben, dass es eine Verantwortung für mich gibt, die nur ich übernehmen kann, an diesen Stellen habe ich nur Stress wahrgenommen und mir die Dinge dann so zurecht gelegt, dass das schon in mein Leben passte. Ich habe mir das gern spirituell weggeredet, was natürlich ganz und gar nicht spirituell war. Und ich weiß so ganz langsam auch das zu würdigen. Ich habe auch da mein Bestes getan und ich darf und will (und tu es zunehmend auch!) mit der Selbstkasteiung aufhören.
Sehr hilfreich ist mir unter Anderem das Charakter/Persönlichkeitsmodell des Enneagramms (so wie es von Almaas, Sandra Maitri, Eli Jaxon-Bear gelehrt wird) bisher gewesen. Wer davon bisher nichts gehört hat: Eine Typologie, die neun Charakter-Typen vorstellt, in die sich alle Menschen einteilen lassen und welches dazu dient aus der Trance dieser Fixierung genannten Typen herauszutreten. Auch das ist für mich ein wunderbarer Spiegel all der Automatismen, die großenteils blind ablaufen und wie ein Schock sein können, wenn sie plötzlich gesehen werden. Ein heilsamer Schock, wenn auch mitunter sehr unangenehm. Wer sich damit auskennt, wird vielleicht schon an dem hier Geschriebenen die Fixierung erkannt haben, mit der das hier verfasst wird (die 4).
Grade jetzt sehe ich noch mal deutlicher, was diese ganzen un- bis viertelbewussten Anteile anrichten, wenn sie einfach laufen. Und endlich auch, dass nur ich das in Hand nehmen und ändern kann.
Komme mir zwischendurch grad mal vor wie ein Prediger.
Jetzt sitz ich hier schon eine ganze Weile, das Gespräch mit Julian ist ein paar Stunden her, und ich werd auch noch mal sauer. Und Dir, Julian, könnte ich jetzt sagen: "Nimm Dich mal zurück! Du weißt bei all Deiner Erfahrung und Intuition nie, mit wem Du es zu tun hast. Und weißt auch nicht, was Deine Interventionen bewirken können. Grade wenn DU so hart konfrontierst!"
Und gleichzeitig gibt es auch eine gewisse, leichte, stille Freude, aus der heraus ich Dir sage: "Nun gut, in meinem Fall haben wir noch mal Glück gehabt. Da hat mich doch etwas von Dir erreicht, weil es einfach Wahres berührt hat und ich bereit dafür war und bin. Und wahrscheinlich ist das auch ein Weg Deiner Arbeit, so wie ich Dich am Telefon verstanden habe, genau in die wunden Punkte zu fassen. Das ist Dir auch bei mir gelungen. Und da ich Dir abnehme, dass Du wie Du selbst sagst gut bist, vermute ich, dass Du auch jeweils entsprechend zu dosieren weißt. Ich hoffe das zumindest für mich und alle Anderen! So nehme ich mal an wird das für mich am Telefon vorhin Schockierende keinen Schaden hinterlassen. Ich sag mal, jetzt noch etwas verhalten, Danke."

Ich werde später oder morgen noch etwas Weiteres schreiben. Ich frage mich aber grade, ob das Thema Geld und Finanzierbarkeit von Seminaren und Ausbildungen vor dem Hintergrund der eigenen Finanzlage hier so viel Sinn macht. Die Idee war, dass es hier Rückmeldungen unterschiedlicher Forenteilnehmer geben kann. Ich habe hier aber in den paar Fragen und Antworten, die ich angesehen habe vornehmlich Austausch zwischen dem Einzelnen und (Dir,) Julian gelesen. Ich freue mich hier über eine Rückmeldung, an welcher Stelle ich das Thema am Besten reinsetze. Und über Rückmeldungen, Resonanzen welcher Art auch immer freue ich mich sowieso bzw. bin ich gespannt drauf.

Alles Liebe!
Harald


   
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