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Kann NLP hier helfen bzw. ist es noch das Richtige


(@daniel-walter)
New Member
Beigetreten: Vor 9 Jahren
Beiträge: 3
Themenstarter  

Liebe Community,
ich habe eine bekannte in Dortmund, die einige Probleme in ihrem Leben hat und nicht so recht weiter kommt. Ich würde ihr gern helfen, aber auf Grund der räumlichen Trennung und den weiteren Rahmenbedingungen übersteigt das bei weitem meine Möglichkeiten.

Sie leidet unter Depressionen kombiniert mit Persönlichkeitsspaltung und dann ist sie auch noch Borderlinerin. Eine Therapie die sie auf Forderung des Arbeitsamts machen musste ging eher daneben anstatt zu helfen.

Da ich dich hoffe, hier ein paar Tipps zu bekommen habe ich zwei Fragen.

Ist bei der gegebenen Konstellation ein NLPler jemand der noch helfen kann?
Kennst ihr jemanden in Dortmund an den sie sich vielleicht wenden könnte?
Schon mal vielen Dank an alle für eure Mühe und Hilfe.


   
Zitat
(@julian)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 4664
 

Hi Daniel,

gerne kann ich Dir "helfen":
Laß sie!

Über die Jahre habe ich es lernen müssen, und auch ich habe mich sehr schwer damit getan. Man kann nicht "andere Menschen ändern", und wenn ein Mensch nicht von sich aus einen Impuls gibt, dann will der sich auch nicht verändern. Sollte Deine Bekannte sich bei mir melden bin ich gerne für sie da.

Aber ... in erster Linie fühle ich mich stets dem Menschen gegenüber verpflichtet, der vor mir steht. Und genau da sehe ich das Problem:
"Ihre" Probleme sind nicht "Deine" Probleme. Solange Du das nicht wirklich in tiefster Tiefe einsiehst, solange wirst Du nicht unterscheiden können, ob jemand sich verändern will oder ob jemand nur rumjammert.

Du wirst jetzt wohl antworten mit einem "Ich weiß, was Du meinst, aber hier ist das anders.".
Nein, ist es nicht. Alleine, daß Du jemanden "in Dortmund" suchst zeigt ganz deutlich: Es geht hier nicht darum, Probleme zu lösen, sondern darum, ihr das ganze so appetitlich anzurichten, daß sie vielleicht bereit ist, es anzunehmen. Und wenn man jemandem das ganze "vorkauen" muß, dann wird es eh nicht helfen.

Wenn sie WIRKLICH was ändern will, dann wäre es Ihr egal, ob es Ihr Nachbar ist oder ein Medizinmann in Timbuktu.
Und dann würde sie auch nicht warten, bis irgend jemand anders anfängt, "für sie" zu handeln.

Solange Du versuchst, "für Sie" die Probleme zu lösen, wird sie nicht lernen, daß sie es selbst tun muß. Und damit bist Du sogar kontraproduktiv.

Wie gesagt: Auch ich will immer "helfen".
Es hat NIE funktioniert. Auch wenn ich bei jeder einzelnen Situation dachte, daß das nun eine Ausnahme ist.
Letztlich musste ich einsehen ... helfen zu wollen hat mit dem eigenen Ego zu tun, nicht mit dem anderen Menschen.

Alles Liebe, Julian!


   
AntwortZitat
(@daniel-walter)
New Member
Beigetreten: Vor 9 Jahren
Beiträge: 3
Themenstarter  

Hallo Julian,

vielen Dank für deine Antwort und deine klaren Worte.

Jetzt grübel ich, was ich dir antworte, da alles sich nach einem "ja aber..." anhört.
Ich formuliere es mal so, ich rate niemandem etwas, von dem ich selbst nicht genug weiß.
Falls sie sich helfen lassen möchte, gibt es ein Verzeichnis wo sie nachschauen kann oder was wären denn die passenden Suchbegriffe?
Mehr kann ich für eine positive Entwicklung sowieso nicht machen.

Ich möchte ihr etwas an die Hand geben, um sich damit zu beschäftigen und den Anfang zu erleichtern.
Eine Alternative zu den Psychologen, mit denen sie nach eigener Aussage weniger positive Erfahrungen gemacht hat.

Das alles andere ihrer Entscheidung obliegt hast du mir ja nochmals ins Bewusstsein gerufen.


   
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(@julian)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 4664
 

Hi Daniel,

Du formulierst es ja schon selbst richtig: Wie sollst Du es schreiben, dmait es sich nicht nach einem "ja aber" anhört?
Ganz einfach: Es IST ein "ja aber", da ändert auch die formulierung nichts dran.

Ob Du sie "an die Hand nehmen" willst oder ob Du etwas "vorbereiten willst, damit sie nachschauen kann", es ist stets ein Weg, den Du initiierst und bei dem Ihre Entscheidung, Ihr Impuls fehlt. Genau das hat sich bei Ihr ja schon einmal abgespielt: Das Arbeitsamt legt Ihr eine Therapie auf ... der Schuß ging nach hinten los. Das Arbeitsamt hat es per "Druck" gemacht, Du versuchst es nun "freundlich".

Fakt ist jedoch: Solange ein Mensch nicht von Sich aus anfängt, etwas zu tun, wird es nicht klappen.
Und sobald sie sich selbst entscheidet, was zu tun, braucht es auch keine "vorbereiteten Verzeichnisse" mehr.

Das alles andere ihrer Entscheidung obliegt hast du mir ja nochmals ins Bewusstsein gerufen.

Eben nicht. Es liegt nicht alles andere in Ihrer Entscheidung, sondern es liegt alles in Ihrer Entscheidung.
Genau das ist ja das Problem.

Du fühlst Dich verantwortlich, Du willst was tun, Du willst sie unterstützen, Du willst Ihr helfen.
Fakt ist aber: Du erfüllst damit Sekundärgewinne und hältst sie davon ab, die Initiative zu ergreifen.

Kennst Du den Begriff des "Co-Alkoholikers"? Er versucht sein bestes ... und verschlimmert die Lage.
In eine ähnliche Rolle kommst Du rein ...

Alles Liebe, Julian!


   
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(@jizmack)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 10 Jahren
Beiträge: 80
 

Sie leidet unter Depressionen kombiniert mit Persönlichkeitsspaltung und dann ist sie auch noch Borderlinerin. Eine .

Ich denke das ist ein scherz. weil bei psychischen problemen kann nlp/dhe helfen. Aber wie genau sowas ausschaut weiss ich nicht.
Kranken leuten muss mann auch gegen ihren willen helfen. Zum Glück zwingen, sozusagen. aber nur in ausnahmefällen


   
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(@julian)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 4664
 

Kranken leuten muss mann auch gegen ihren willen helfen. Zum Glück zwingen, sozusagen. aber nur in ausnahmefällen

"Muss man" ist eine klare Metamodellverletzung.
Allerdings ist vorher noch ein "Stolperstein" zu klären: Wer hat das recht, zu definieren, ob jemand "krank" ist?

Alles Liebe, Julian!


   
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(@jizmack)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 10 Jahren
Beiträge: 80
 

" Unbedingt verletzen". Es gibnt Krankheiten die lassen sich nicht anderes behandeln weil "Krankheitsuneinsichtrigt" aber das ist was anderes

Ich sag ja nicht das sie krank ist, aber normalerweise stellt das ein Arzt fest oder man selbst. :pinch:


   
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(@daniel-walter)
New Member
Beigetreten: Vor 9 Jahren
Beiträge: 3
Themenstarter  

Erstmal vielen Dank für die Diskussion.

Auf mich macht meine Bekannte einen sehr selbstreflektierten Eindruck und darum habe ich mich auch zu meinem Eingangspost entschlossen, auch weil ich sie vorher explizit gefragt habe, ob ich mich für sie kundig machen soll.

Mir ist es auch nicht wichtig, ob sie krank ist oder ob sie sich schlussendlich Hilfe sucht, da dies wirklich nicht in meiner Hand oder Verantwortung liegt. Für sein Erfolg oder Glück ist jeder selbst verantwortlich. einen andere Blickwinkel aufzuzeigen und in dem mir zugänglichen Netzwerk nach Informationen zu suchen oder erfragen ist für mich dabei kein Widerspruch. Und ich halte es so wie mein alter Rechtsdozent einmal sagte: Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo man es findet. Auch wenn das nicht den Metamodellen entspricht, entspricht es meiner Persönlichkeit und beeinflusst damit mein handeln.


   
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(@julian)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 4664
 

Hi Daniel,
daher ist das ja auch so ein schwieriges Thema, auf das ich regelmäßig selbst reinfalle. 😉
Du hast sie gefragt, ob Du Dich "für Sie" kundig machen sollst. Warum sollte sie "Nein" sagen?

Faktisch sehe ich jedoch an allem,w as Du beschrieben hast, ÜBERHAUPT KEIN Eigeninteresse von Ihr.
Die Therapie hat sie "wegen dem Arbeitsamt" gemacht. Nun machst Du Dich "für sie" kundig.

Wenn ich in Ihrer Situation wäre, dann hätte ich längst geguckt, wo Du was über mich schreibst und was für antworten kommen. Auch das scheint sie nicht zu interessieren ... sie hat sich noch nicht hier gemeldet. Du kannst es einfach ausprobieren: Sag´ ihr mal, sie soll hier hereinschauen, und gucke, wie lange es daeurt, bis sie das tatsächlich tut. Wenn sie das überhaupt tut.

Wenn Du mal "aus Deiner persönlichen Einschätzung" herausgehst und Dir den ganzen Vorgang faktisch anguckst, dann dürfte es sehr deutlich sein: Wo ist auch nur EINE EINZIGE PROAKTIVE HANDLUNG von Ihr? Solange keine da ist ... solange kein Impuls von Ihr da ist, etwas zu ändern, dann wird es auch niemand von außen bewirken können.

Alles Liebe, Julian!


   
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