Probleme mit dem Ankern

26 Jun 2009 15:29
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Probleme mit dem Ankern #1
Hallo!
Ich habe einige Fragen zum Thema "Ankern", habe mich damit in letzter Zeit viel beschäftigt, leider aber noch nicht erfolgreich selbst ankern können.

In den Lehrbüchern stehen immer Vergleiche zu unbewußten Alltags-Ankern, wie z.B. rote Ampel -> Anker -> wir bleiben automatisch stehen, ohne nachdenken zu müssen.

Nun, sowas verstehe ich eigentlich unter einem Reflex, und speziell dieses Beispiel ruft ja keinen Gefühlszustand in uns hervor.
Ist Ankern trotzdem im weitesten Sinne als ein konditionierter Reflex zu verstehen?

Wie lange habt ihr gebraucht um das erste Mal erfolgreich einen Anker zu setzen bzw. auszulösen?
Hatten einige von Euch auch erst Probleme damit?

Meine Anker-Probleme würde ich konkret folgendermassen umschreiben:

- Mir fallen kaum konkrete Situationen ein, in denen ich das jeweilige Gefühl sehr intensiv gefühlt habe und wenn, dann nur sehr schwammig

- Ich kann die Gefühle zwar "rekonstruieren" und spüre sie dann auch, kann sie aber schwer bewußt verstärken

- Der vermeintlich gesetzte Anker funktioniert nicht, ich löse ihn zwar aus (durch eine Geste), das damit verbundene Gefühl kommt aber nicht automatisch mit auf

- Um das jeweilige Gefühl wieder "abzurufen", muß ich wieder sehr intensiv an das Gefühl denken, mich mit ihm auseinandersetzen, erst dann ist es wieder da

Bin etwas frustriert ;) Ist es sicher daß Ankern bei jedem Mensch funktionieren kann, vorausgesetzt er befasst sich intensiv damit und wiederholt seine Anker?

Und noch eine Frage die mit meinem Problem nix zu tun hat, mir aber irgendwie seit ein paar Tagen nicht mehr aus dem Kopf will: Wenn man jegliche guten Gefühle ankern kann, ist es dann nicht auch möglich einen Orgasmus zu ankern? Das wäre dochmal ein Ansporn es weiterhin zu versuchen und nicht zu verzagen :D

Danke!

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26 Jun 2009 16:37
Mäggi
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Probleme mit dem Ankern #2
Hallo infused

Ich zäum das Pferd mal von hinten auf......
Orgamus ankern......kann man (man=wer auch immer) wenn es gewollt ist und ein Orgasmus da war.


Anker

Anker Ein Reiz, auf den eine Person auf eine bestimmte Weise reagiert. Natürliche Anker sind z.B. Farben, die eine bestimmte Stimmung auslösen, Musik, die aktiviert oder beruhigt oder ein Geruch, der an ein bestimmtes Ereignis erinnern läßt. Anker sind externe Auslöser, die eine innere Wirkung hervorrufen.


Zum Ankern brauchst du zwei Dinge........
eine Situation und den Wunsch dich daran genau zu erinnern.

Rote Ampel.......ist ein gelernter Anker..wie viele andere Dinge auch....
wie zum Beispiel...Handeschütteln....in der Kirche den Mund halten (außer beim beten usw)

Du hast mit Sicherheit einen ganzen Sack voll Anker und weißt es nicht.......
Alle Sinne können geankert werden........

zum Beispiel..
Wenn ich nur die Stimme höre ...geh ich an die Decke:23:
wenn ich XY sehe....................wird mir ganz anders :28:
wenn ich ?? rieche dann denk ich sorft an....!!:17:...oder :20:
wenn ich :: schmecke ...dann läft mir das Wasser im Mund zusammen......:1:...oder mir wird schlecht:19:
wenn ich ..dies oder jenes Fühle.......bekomme ich eine Gänsehaut (kann jetzt positiv:1: oder negativ:2: sein)

Wenn ich zum Beispiel einen Schuh mit Druckknopf sehe.....fällt mir sofort die Situation ein wo ich meinen Mann kennengelernt hat.......
Ich bekam meinen Schuh nicht zu......tippte ihm auf die Schulter.hielt ihm meinen Fuß samt Schuh unter die Nase und sagte.Mach mal zu.
Da wir grade auf einem Sockenball waren und in der Judohalle tanzen konnten meinte........
Nee....zieh aus.....wir gehn tanzen.

Weißt du jetzt was ich meine.........grab mal ein wenig in deiner Erinnerrung ..wo dich etwas an eine Situation erinnert die du erlebt hast........
Der Kindheitsteddy.......die Puppe.......die blöde Klassenkameradin........der tolle Junge aus der zweiten Klasse.....
oder einfach ein wunderschöner Sonnenuntergang........
alles Dinge oder Erinnerungen mit denen du was anfangen kannst.

Das Ankern..........ist das ganz bewußt zu machen was du immer schon unbewußt gemacht hast.:26:

LIeben Gruß
Mäggi

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26 Jun 2009 16:49
infuseds Avatar
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Probleme mit dem Ankern #3
Danke für Deine Antwort, Mäggi, ist sehr anschaulich beschrieben :)

Ja, ich kann so einige Anker bei mir "aufdecken", die meisten sind aber nicht mit einer bestimmten Geste, sondern eben mit anderen Sinnen verknüpft. Musik, bestimmte Gerüche, Erinnerungsstücke und so weiter.

Es ist und bleibt also eine Sache der Übung, ich bleibe am Ball :)

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26 Jun 2009 19:23
Mäggi
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Probleme mit dem Ankern #4
Hallo Infused

Eine Sache der Übung ist..........sie bewußt zu setzten.
Die andern hast du unbewußt geankert.

Falls du einen NLP´ler zur Hand hast und eine Situation bzw. ein Gefühl oder sonstwas was du ankern willst lasse es den NLP´ler machen.


LIeben Gruß
Mäggi


Komponenten für gute Anker (T.I.G.E.R.)
(T.I.G.E.R.)
= Time
= Intensität
= Genauigkeit der Wiederholung
= Einzigartigkeit des Ankers
= Reinheit des Zustandes



Timing des Ankers. Ein guter Anker hat eine 1:1-Beziehung zur Erregungskurve. D.h. wir beginnen den Anker zu setzen, wenn die Erregung kurz vor ihrem Maximum ist, und verstärken den Druck (bei einem kinästhetischen Anker) mit dem Ansteigen der Erregung. Dabei ist es wichtig, rechtzeitig aufzuhören, um nicht den Abschwung mitzuankern.

Intensität des Zustandes. Um einen wirklich starken Anker zu installieren, muß der Zustand stark gewesen sein, den wir geankert haben. Mit einem Anker erzeugen wir keinen Zustand, sondern wir halten ihn fest. Man kann nur ankern, was da ist.

Genauigkeit der Wiederholung. Wenn der Ort des Ankers nicht genau wiedergetroffen wird, dann wird der Anker nicht oder nicht mit der optimalen Intensität funktionieren.

Einzigartigkeit des Ankers. Wenn der gleiche Anker für verschiedene Zustände benutzt wird, werden sich die Zustände vermischen. Wenn man einen Anker installieren will, der über lange Zeit hält, dann ist es wichtig, einen zu nehmen, der im Zuge des normalen Lebens nicht ständig überlagert wird durch andere Erfahrungen. So ist ein Handschlag sicherlich kein guter Anker, da er ständig durch unterschiedliche Erfahrungen überlagert wird.

Reinheit des Zustandes. Wenn sich jemand an einen positiven Zustand erinnert und dabei gleichzeitig daran denkt, dass diese Zeit leider schnell zu Ende ging, ist dieses wehmütige Gefühl natürlich mitgeankert. Achten Sie daher darauf, dass der Zustand, den Sie ankern, so „rein“ wie möglich ist.

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27 Jun 2009 18:48
Wolfgang Horns Avatar
Wolfgang Horn
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Probleme mit dem Ankern #5
hi, nfused,

Du: Ich habe einige Fragen zum Thema "Ankern"

Das klingt mir sehr nach Fehldiagnose.
Denn das Ankern ist eine der leichtesten Übungen, wir beherrschen es schon als Kleinkinder.

Aber - der Rapport muss stimmen. Ohne Rapport wirken Versuche des Ankerns unnatürlich, künstlich, aufgesetzt, sie schüren Misstrauen und enden als Rohrkrepierer.

Mir scheint, Ankern funktioniert nie allein, sondern nur als ein Mittel der Kommunikation.

Zum Orgasmus - sicher kann ein passender Anker uns oder unsere Herzallerliebste erinnern an schönste Augenblicke im Leben.
Aber nur, wenn der Kontext stimmt - und der Rapport tadellos ist.

Ciao
Wolfgang Horn

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17 Aug 2013 12:09
Gerds Avatar
Gerd
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Probleme mit dem Ankern #6
Hi Infused,

es gibt eine Reihe von Fehlern, die beim Ankern oft gemacht werden.
Ich gehe mal kurz auf diejenigen ein, die ich bei Dir herauslese:

In deutschen NLP-Seminaren wird normalerweise gelehrt, ein sehr intensives vergangenes Erlebnis als Referenz zu nehmen. Bei vielen funktioniert das gut.
Achtung: vor allem bei Fortgeschrittenen beobachte ich oft, dass sie etwas hinzudichten, um die Erinnerung intensiver zu machen.
Das ist kontraproduktiv. Nimm lieber etwas weniger intensives und dafür echt erlebtes.
Ein weiterer Trick ist, statt eines besonders intensiven Erlebnisses ein normal intensives und dafür frisches Erlebnis zu nehmen. (Was frisch ist, ist personenabhängig. Ein Tag bis eine Woche sollte prima sein).

Der nächste Fehler, der für Dich zutreffen könnte und der bei Selbstankern dafür sorgt, dass sie nicht funktionieren:
Du denkst beim selbst ankern mit NLP-Begriffen über NLP nach.
Dadurch ankerst Du den Zustand "Mit ganz viel innerem Dialog und vielen Fachbegriffen über NLP nachdenken", aber keine positiven Emotionen.

Liebe Grüße,
Gerd
Autor des Buches "Professionell Ankern"

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