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[Oben angepinnt] Was sind Archetypen?

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Julian
(@julian)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 4664
Themenstarter  

Als wir uns im Seminar das erste Mal eingehend mit Archetypen beschäftigt haben kam die Frage auf, ob ein Archetyp nicht dasselbe ist, wie "die Rolle, die man einnimmt". In einer oberflächlichen Betrachtung können sich ein Archetyp und eine "gespielte Rolle" ähnlich sein, doch bei genauerer Auseinandersetzung fällt schnell auf, daß ein Archetyp viel tiefer sitzt und eher einer "Idealisierung" entspricht, sozusagen der "100%igen Perfektion" einer Rolle, während die Rolle viel oberflächlicher und vergänglicher ist.

Die Definition von Carl Gustav Jung gefällt mir dabei sehr gut: Ein Archetyp ist "die unversell vorhandene Struktur in der Seele des Menschen, unabhängig von seiner Geschichte und Kultur". So ist jeder Archetyp per Definition schon in einem Menschen angelegt und es stellt sich die Frage, wie sehr er diesen Archetypen tatsächlich lebt, während die Rolle nur eine "Wahl" ist, die jemand trifft, und die nicht "in der Seele angelegt ist".

Der Archetyp ist sozusagen die "Blaupause", eine der "Originalskizzen", auf desesn Grundlage der Mensch geschaffen wird, während die Rolle einem Karnevalskostüm entspricht: Sie kann (relativ) schnell An- und Abgelegt werden, und auch wenn ein Mensch sein Leben lang eine bestimmte Rolle nicht lebt, so muß das nicht heißen, daß er etwas unterdrückt hat.

Selbstverständlich sind die Archetypen dabei nur "Annäherungen" an die Wirklichkeit der Archetypen, und das ganze Konstrukt der Archetypen nur ein Modell des Menschen. Keiner der Archetypen ist ein wissenschaftlich erforschter und bewiesener "Zustand" des Menschen, sondern vielmehr sind es Charakteristika eines Menschen, die sich über die Jahrtausende herauskristalisiert haben und in dem jeweiligen Archetypen zusammengefasst werden.

In diesem Forenbereich möchte ich Raum geben, die einzelnen Archetypen genauer zu betrachten und zu erforschen. Jeder ist eingeladen, auch neue Archetypen hinzuzufügen, bitte jeweils in einem neuen Thread mit den Namen des Archetypen als Titel des Threads. Diese "Archetypensammlung" ist übergreifend, ist somit nicht auf eine bestimmte Richtung beschränkt sondern darf die Archetypen aller Ausrichtungen, sei es dem oben genannten Carl Gustav Jung, den Schamanischen Archetypen, dem Archetypenmodell von Terance Watts oder auch religiöse oder spirituelle Archetypen enthalten.

Da ein Archetyp in verschiedenen Ausrichtungen existieren kann. Während es bei C.G. Jung den König, den Krieger, den Magier udn den Liebhaber gibt hat Terance Watts sein Modell über den Krieger, den Siedler und den Nomaden hergeleitet. Es ist also nötig, den "Krieger von C.G. Jung" von dem "Krieger von Terance Watts" zu unterscheiden.

Bitte fügt also auch im Thread-Titel hinzu, zu welchem Modell der Archetyp gehört, den Ihr vorstellt.

Alles Liebe, Julian!


Zitat
Anonym
 Anonym
(@Anonym)
New Member Gast
Beigetreten: Vor 1 Sekunde
Beiträge: 0
 

HIER unser MODELL zu den weiblichen Archetypen:

Wir hatten in der weiblichen Gruppe (nach Recherche) die vier Grundtypen gewählt (also alles runter gebrochen und
verfeinert, damit nicht zu viel über bleibt und übersichtlich wird):
"Die Weise"
"Die Nährende"
"Die Unschuldige"
"Die Starke"
Zum Glück haben wir nicht nur theorisiert, sondern wirklich "Stuhlarbeit" machen können und
mit vielen praktischen Hilfen mit Ankerpunkten arbeiten können und somit
auch (die meisten von uns zumindest) ins SPÜREN gekommen sind.
Raus aus dem Kopf/kognitiv, rein in den Bauch/fühlen.
Damit konnten die "Teile" integriert werden, die abgelehnt wurden bzw. andere, wo Schwächen waren.
Denn sicherlich gibt es immer Teile, die wir bewusst oder unbewusst ablehnen und andere favorisieren.
Durch diese Arbeit haben wir Trigger aufgelöst.

Wir haben ALLE ALLES in uns und je nach Tagesverfassung oder Situation mal mehr
mal weniger von dem einen oder anderen.

Wenn ich mir eine Freundin anschaue, die früher Mann war und nun Frau,
eine Transexuelle,
dann kann ich nur "unterschreiben"/besätigen, dass sich was verändert hat, obwohl sie viele Dinge
BEWUSST lernen musste (wie feile ich meine Nägel, wie halte ich eine Handtasche! Dinge, die wir als
angeborene Frauen LANGSAM lernen dürfen und nicht innerhalb einiger Wochen KÖNNEN MÜSSEN!)

Zumindest hab ich bei dem vorherigen Mann das "Unschuldige" nicht wahr genommen,
da war sie business, nett und zurückhaltend und als sie sich dann die FRAU war, die OPs hinter sich hatte
und die Piepsstimme angewöhnt hat, kommt rüber, dass das "Unschuldige" SEHR weiblich ist.
Bei IHR zumindest!

Ich hoffe sehr, dass mit meiner Darstellung was auf den Punkt gebracht werden konnte und Menschen,
die sich für die Integration ihrer Männlichkeit oder Weiblichkeit das PERFEKTE SEMINAR hier finden können!

Julian, dir nochmal ein DICKES DANKE für ein erfülltes Wochenende mit vielen LÖSUNGEN und Loslösungen 🙂


AntwortZitat
Julian
(@julian)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 4664
Themenstarter  

Hi Anette,

ich bin mir gar nicht so sicher, ob ich es so sehr in das Thema "Männlichkeit/Weiblichkeit" gehen lasse.

"Mann" und "Frau" nehme ich schon sehr stark als eine Art "Ur-Archetypen" wahr, sozusagen die Archetypen der Archetypen. Letztlich geht es mir dann in dem Seminar aber weniger darum, kleine Teile der Archetypen in den Menschen zu finden, sondern vielmehr darum, den Menschen erst einmal auf "Null" zu bringen, was die ganzen kulturellen Prägungen und das gelernte Verhalten angeht, und dann verschiedene Archetypen in voller Entfaltung zu spüren. Damit jemand diese Energie voll und ganz spürt und auch ganz in sich integrieren kann.

Könntest Du die Vier Archetypen, die Du am Anfang aufzählst, bitte in vier verschiedene Threads packen und da einzeln Beschreiben? So daß wir dann wirklich "pro Archetypen einen Thread" haben? Ich denke, das wäre für alle sehr hilfreich.

Alles Liebe, Julian!


AntwortZitat
stefan
(@stefan)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 8 Jahren
Beiträge: 20
 

Interessant auch das Modell von Steven Gilligan ( http://www.stephengilligan.com/) dazu. Er hat mit Robert Dilts viel an den Archetypen geforscht.
Sie kommen auf 3 Grundenergie/typen die allen zu Grunde liegen sollen: Die Sanfheit, Die Stärke, Die Verspieltheit.

Und auch das Modell von Terence Watts, was "zufälligerweiße" diese 3 Grundenergien in anderer Verpackung zeigt. Den Krieger, Den Siedler, Den Normaden


AntwortZitat
Julian
(@julian)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 4664
Themenstarter  

Uiii ,... die von Gilligan kannte ich bis dato noch gar nicht.
Aber das ist spannend.

Habe ich es richtig interpretiert:

Krieger -> Stärke
Verspieltheit -> NOmade
Sanftheit -> Siedler

Alles Liebe, Julian!


AntwortZitat
stefan
(@stefan)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 8 Jahren
Beiträge: 20
 

Jop, im Seminar "Evolution of Consciousness" ist das drinne.


AntwortZitat
stefan
(@stefan)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 8 Jahren
Beiträge: 20
 

EIn Ansatz den ich gerade auch noch am erforschen bin, ist in wie weit die Anzahl der Archetypen im System Die "Lösungsweg" beinflussen.
Der Klient kommt mit EINEM Problem und im Sinne der Teilearbeit kann ich es nun in z.b 2,3 oder 4 Archetypen/Teile aufspalten.

Mein Ansatz geht da tatsächlich über die Zahlenmythologie. Die Zwei entspricht da der Dualität. Somit nehme ich zwei Archetypen, wenn es um ein "Entweder oder" Geht. Die Drei für das Allumfassende, ein System das alles beinhaltet. Somit nehme ich 3 Archetypen (Oder die Suche nach dem 3ten), wenn das System in sich stabil ist, allerdings irgendetwas noch fehlt. usw.

Welche Erfahrungen habt ihr noch gemacht, wie die Anzahl der Archetypen im System sich für verschieden Probleme besonders eignet?


AntwortZitat
Julian
(@julian)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 4664
Themenstarter  

Das ist durchaus interessant. Ich habe noch nie die Teile bei der Teileverhandlung direkt als Archetypen erstellt, da ich normal eher darauf achte, welches der Anteil "in einem Menschen" ist. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, daß es Sinn macht, hier auch mal auf die Archetypen zurückzugreifen.

Der Nachteil dabei ist wohl einfach der, daß man einem Menschen, mit dem man Arbeitet, dann auch die Archetypen erklären muß, falls er sie selbst noch nicht kennt. 😉

Alles Liebe, Julian!


AntwortZitat
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