Foccusing

04 Mär 2008 14:52
Mäggi
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Foccusing #1
Der Kern von Focusing
"Was ich selber Focusing nenne, das ist, wenn man eine gewisse Zeit - eine Minute oder eine Sekunde oder zehn Minuten - mit etwas ist, das man körperlich spürt und dabei weiß man genau, daß dieses körperliche Gefühl mit irgend etwas im Leben zu tun hat. . . .

Ich lenke meine Aufmerksamkeit auf das Gefühl in meinem Körper und ich bleibe dabei und sage mir "Also, was ist denn das?" . . .

Dieses körperliche Gefühl ist ein guter Führer. Ich nenne es felt sense."








Körperbezogene Achtsamkeit: Bezug zwischen Thema und körperlichem Erleben herstellen



Symbolisierung: Klärung der Bedeutung.
Mit dem körperlichen Erleben zu diesem Thema verweilen: Darauf fokussieren.




Freiraum zum Thema/Symbol/Gefühl schaffen



Freiraum: Guten Abstand schaffen.



Vergleichen mit der körperlichen Resonanz





1. Freiraum schaffen

Erst bitte ich Sie, einmal ganz ruhig zu sein. Entspannen Sie sich einen Moment. Nun gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit in Ihr Inneres, in Ihren Körper, vielleicht in Ihren Magen oder Ihre Brust. Achten Sie darauf, was dort vor sich geht, wenn Sie fragen: «Wie steht es mit meinem Leben? Was ist im Moment für mich das Wichtigste?» Horchen Sie in Ihren Körper hinein, und lassen Sie die Antworten langsam von dort kommen. Wenn etwas auftaucht, dringen sie nicht hinein. Treten Sie einen Schritt zurück, sagen Sie: «Ja, das ist da. Ich kann es hier fühlen.» Lassen Sie einen kleinen Raum offen, zwischen dem Etwas und Ihnen. Dann fragen Sie, was Sie sonst noch fühlen. Warten Sie erneut auf die Antwort. Normalerweise sind es mehrere Dinge.


2. Einen Felt Sense kommen lassen

Wählen Sie unter den soeben aufgetauchten Problemen eines aus. Dringen Sie aber nicht hinein. Treten Sie einen Schritt zurück. Natürlich hat das Problem, mit dem Sie sich beschäftigen, viele Aspekte - zu viele, um an jeden davon einzeln zu denken. Sie können aber alle diese Aspekte gleichzeitig fühlen. Achten Sie auf die Stelle, an der Sie gewöhnlich Gefühle empfinden, und sehen Sie, welches Gefühl das Problem in seiner Gesamtheit in Ihnen auslöst. Lassen Sie dieses komplexe Gefühl auf sich wirken.


3. Den Felt Sense beschreiben: einen "Griff" finden

Welcher Art ist dieser unklare Felt Sense? Lassen Sie ein Wort, einen Satz, ein Bild aus dem Felt Sense entstehen. Es kann ein Eigenschaftswort sein, wie «eng, schmutzig, angsteinflössend, blockiert, schwer, nervös», ein Satz oder ein Bild. Bleiben Sie in Berührung mit dem Felt Sense, bis Worte oder Bilder kommen, die genau dazu passen.


4. Vergleichen

Gehen Sie hin und her zwischen dem Felt Sense und dem Wort (oder Satz oder Bild). Prüfen Sie, wie gut beide zusammenpassen. Achten Sie darauf, ob ein kleines körperliches Signal Ihnen bestätigt, dass Sie das richtige Wort gefunden haben. Um das herauszufinden, müssen Sie sich sowohl den Felt Sense als auch das Wort vergegenwärtigen. Wenn sich der Felt Sense verändert, muss sich auch das Wort oder das Bild verändern, bis es genau die Eigenschaft des Felt Sense trifft.


5. Fragen

Nun fragen Sie: «Woran liegt es, dass dieses Problem in mir dieses bestimmte Gefühl hervorruft (das Sie soeben benannt oder mit einem Bild umschrieben haben)?» Achten Sie dabei darauf, dass Sie den Felt Sense wieder spüren, frisch und lebendig (und nicht nur in der Erinnerung). Wenn er da ist, berühren Sie ihn, fühlen Sie ihn, fragen Sie: «Was macht das ganze Problem so ... (setzen Sie Ihre Beschreibung ein)?» Oder: «Was ist in diesem Gefühl?» Sollten Sie darauf eine schnelle Antwort erhalten, ohne dass ein «Shift» im Felt Sense eintrifft, lassen Sie diese Antwort an sich vorübergehen. Gehen Sie mit der Aufmerksamkeit wieder in Ihren Körper und suchen Sie den Felt Sense erneut. Dann fragen Sie wieder. Bleiben Sie in Kontakt mit dem Felt Sense, bis die Antwort mit einem «Shift», einer körperlichen Erleichterung und Entspannung, eintrifft.


6. Annehmen und schützen

Nehmen Sie alles, was mit einem Shift kommt, in einer freundlichen Haltung entgegen. Lassen Sie es eine Weile auf sich wirken, selbst dann, wenn es nur eine leichte Entspannung war. Was auch immer kommt, es handelt sich nur um einen einzelnen Shift unter mehreren, die noch kommen werden. Nach einer kleinen Weile werden Sie weitermachen wollen, doch vorerst halten Sie einen Moment inne.

Wenn Sie beim Lesen dieser Anleitung irgendwo eine kleine Weile damit verbracht haben, auf ein unklares, umfassendes körperliches Empfinden eines Problems zu horchen, dann war das Focusing. Es spielt dabei keine Rolle, ob ein Body Shift eintrat oder nicht. Er kommt ohne unser Dazutun. Wir haben keine Kontrolle darüber.



Anleitung aus: Focusing “Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme” von E.T. Gendlin

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14 Apr 2010 08:57
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cecily
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Foccusing #2
hi,,,,,,,,
what a longggggggggggg style of posting.

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14 Apr 2010 10:15
Merry
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Foccusing #3
Hat jemand von euch schon persönliche Erfahrungen mit dieser Methode? Das ist für mich immer viel glaubwürdiger und anziehender als eine theoretische Anleitung so gut sie auch sein mag.

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15 Apr 2010 16:30
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adrenalinchen
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Foccusing #4
Hallo Merry,
ich kenne die Methode aus meiner Hypnotherapie-Ausbildung und benutze sie auch selber in der Therapie, sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen. Sie bewirkt Erleichterung beim Klienten und führt ihn aus einem eventuellen Stuck State, sodass man dann weiter mit ihm arbeiten kann. Es gibt auch die Möglichkeit, mit einem echten geknoteten Seil zu arbeiten, für die Kinästheten wirds dadurch noch wirkungsvoller. Eine kurze Trance dazu mit dem Titel "Der Lösungsknoten" hat Annalisa Neumeyer, eine therapeutische Zauberin, entwickelt. Bücher von ihr findest Du auf Ihrer Homepage.

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16 Apr 2010 09:19
Mäggi
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Foccusing #5
Hallo Merry

Ich benutze es nur für mich um etwas zu klären....etwas zu verstehen.Und zwar nicht vom Verstand her, sondern eher vom Bauchgefühl.
Für mich habe eine ganz spezielle Art dazu wie ich es mache.
Abends wenn ich im Bett liege nehme ich die Frage.......geh in eine Trance und schicke so die Frage in meinen Körper und bitte um Klärung...was es genau sagen will oder zu bedeuten hat.

Danach nehme ich meine Träume die ich habe genau war.......
Sie sagen mir, manchmal sehr verschachtelt wie in einer Art von Metapher das ,was wirklich ist.,worum es sich geht.
Dazu kommen noch Bilder.....Geräuche ...Gefühle.
Also Visuell,Auditiv und Kinaestetische Infos.

Das ganze erlebe ich teilweise Meta.also als Beobachter.
Im Grunde habe ich noch nie klarere Antworten bekommen als die vom Foccusing.
Ich benutze NLP und Foccusing zusammen.......

Lieben Gruß
Mäggi

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24 Feb 2016 12:21
nana
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Foccusing #6
Hallo Mäggi,
vielen Dank für diese klasse Beschreibung!

Für mich ist es eines der effektivsten Mittel, direkt bei den Körpergefühlen anzusetzen. Denn es heißt ja nicht umsonst "Mir drückt etwas auf den Magen", "Ich habe Schmetterlinge im Bauch", "Da sitzt mir was im Nacken", "Das dreht mir den Magen um", "Da wird mir kotzübel", "Das bereitet mir Kopfschmerzen" oder ähnliches.

Alle Emotionen sind irgendwo im Körper abgespeichert. Und können dort sehr direkt und schnell verändert werden. Und das für mich schönste ist, dass der Kopf da kaum was zu sagen hat .... bzw. sich währenddessen ausruhen darf oder ganz rudimentär etwas mitmachen.

Wenn wir einen Schock oder eine Phobie haben, dann bringt es auch nicht so viel uns mit kognitiven Argumenten zu überzeugen. ... Nein, hier können wir direkt bei der eingespeicherten Emotion - dem "IMPRINT" ansetzen.

Die Fragen, die ich hier am liebsten nutze sind:

Wenn ich ein Thema oder auch ein unangenehmes Körpergefühl habe, fühle ich dorthin und frage:
"Was hat dies (das Gefühl) mit mir zu tun, um was geht es hier eigentlich wirklich?"

Daraufhin verändert sich das Gefühl häufig schon und wandert. Also frage ich die gleiche Frage so lange, bis das Gefühl an einer Stelle verharrt. Dies ist meist die Ursprungsstelle.

Dann frage ich "Was will ich selbst in dieser Situation haben oder sein, was will ich selbst eigentlich wirklich?"

Und hier kommt jetzt ein richtig schönes Gefühl und das alte löst sich auf. Ich Atme dieses neue, befreiende, Gefühl ein und genieße, wie es durch meinen Körper wandert.

Und dann die letzte Frage: "Was muss ich jetzt tun, dass dies Realität ist?"
Manchmal kommt hier nichts, manchmal "vergeben" oder irgendetwas anderes. Wenn ich dies getan habe ist ein ganz neues Lebensgefühl da und das Thema ist gelöst.

Nur drei Fragen, die das Unterbewusst sein sehr schön in Richtung wirklicher Lösung steuern. (Die Methode kommt von Ralf Bihlmeyer, er hat auch das Buch "Die Lösung" geschrieben).

Und das interessanteste für mich ist hier: Wie viele gute Gefühle kann ich aushalten?
Wenn ich diese Methode täglich praktiziere - zum Beispiel beim Joggen - gehts mir grandios.
Und manches mal mache ich es trotzdem nicht.

Wie viele wirkungsvolle Techniken kennt ihr und wie viele nutzt ihr wirklich täglich?
Was ist euer Standard an Lebensqualität?

Alles Liebe,
Nana

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