Geträumte Ziele in Bezug auf das Fremdgehen des Partners
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am 23. January 2010 um 21:53 (160 Hits)
Ihre Beziehung kriselt und es geht ihr nicht gut. Ihr Freund hat eine Zweitbeziehung mit einer verheirateten Frau. Sie treffen sich ab und an für sexuelle Spielereien. Sie kann dies nicht aushalten und leidet sehr darunter. Sie fragt sich, ob sie die Beziehung deswegen beenden solle.
„Stell dir eine Waage vor, so eine alte. In der einen Waagschale liegt das „Fremdgehen“ und all die Folgen für dich, all dein Leid und dein Schmerz.
Jetzt fülle die andere Waagschale mit all den Dingen, die er dir gibt und die dir gut tun. Die schön und einzigartig mit diesem besonderen Menschen für dich sind. All die Gründe, warum du die Beziehung nicht beenden würdest.“
Sie redet und redet und füllt.
„In meiner Welt sieht die Waagschale jetzt ganz anders aus. Die guten Gefühle, die du in der Beziehung hast und bekommst, wiegen viel schwerer als die der andere Seite.“
„Ja, das ist richtig. Aber ich will, dass auch das andere stimmt. Ich will, dass er alles für mich ist! Hilf mir dabei!“
„Das kann ich nicht, Liebes. Ich würde dich anlügen, wenn ich so täte, als gäbe es so ein erreichbares Ziel. In meiner Welt hat ein Mensch, wenn überhaupt, diesen Zustand nur einmal in seinem Leben: Im Bauch seiner Mutter. Niemals danach kann ein Mensch alles für einen anderen Menschen sein. Ich würde lügen, wenn ich auch nur ein Funken Hoffnung in dir wecken würde, dass meine Arbeit mit dir zu diesem Zustand zurück führen würde. Das geht nicht, weil es das nicht gibt, weder in dieser, noch in jener, noch in einer anderen Welt!“
„Ja aber, wenn ich alles richtig mache, lerne und mich prüfe und verändere!“
„Nein, das gibt es trotzdem nicht. Und auch, wenn du forderst, dass er die andere Frau wegen dir verläßt, so wäre es eine Illussion zu glauben, dass eure Beziehung dann die Gleiche wäre wie vorher. Es wird niemals wieder so sein wie vorher. Eure Beziehung, er und du haben sich verändert, und damit und nur damit gilt es jetzt zu arbeiten.“
Ich kann nur so begleiten. Nur unter diesen Bedingungen: Niemals so tun, als hätte ich eine Lösung, die ich nicht habe und von der ich überzeugt bin, dass es sie in dieser so sehr gewünschten und ersehnten Art und Weise auch gar nicht gibt. Auch dann, wenn ich dadurch Klienten verliere bzw. die Arbeit mit mir viel schneller und in eine ganz andere Richtung sich entwickelt. Ich weiß, dass manche Kollegen dies anders handhaben, weil es ums Geld geht, weil die Therapiestunden einfach länger dauern, wenn die Illussion eines Zieles, das gar nicht erreicht werden kann, im Raum steht. Sorry, das bin ich nicht, will und werde ich auch niemals sein.



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